"Extra wandern" über die Mittlere Alb, im Neckartal sowie im Albvorland
April - Oktober 2010


Berichte: Karin Döffinger (1. - 5. & 7. Etappe)
Peter Schramm (6. Etappe)

"Extra wandern"

1. Etappe 2. Etappe 3. Etappe 4. Etappe
5. Etappe 6. Etappe 7. Etappe


© Albverein Betzingen 16.10.2010




Extrawanderer starten in die neue Saison am 14.04.2010

Bei düsterem und nebeligem Wetter steuerten die Fahrgemeinschaften den Parkplatz des Freilichtmuseums Beuren an und machten sich von dort aus auf den direkten, ziemlich steilen Anstieg zum Beurener Fels.

Ansonsten ist von dort aus ein herrlicher Blick über das weite Albvorland zu genießen. Doch heute war es ein ganz anderes Erlebnis. Wir standen auf dem Fels und unter uns ein weißer Teppich, der keinen Blick frei gab - auch dies hatte seinen Reiz. Über den Brucker Fels gelangten wir zum Heidengraben bei Erkenbrechtsweiler. Hier konnten wir ein rekonstruiertes Tor (Zangentor) der ehemaligen Keltensiedlung "Elsachstadt" (das größte keltische Oppidum Europa's aus dem 2. + 1. Jh. v.Chr.) besichtigen. Diese Siedlung wurde nach einer Quelle, die aus der Falkensteiner Höhle tritt, benannt. Werner Schmidt, Leiter der Extrawanderer, versorgte uns noch mit weiteren geschichtlichen Daten. Nach der Mittagsrast - auch im Nebel - ging es weiter dem Hohenneuffen entgegen. Nach einer nachmittäglich Stärkung (besonders für die süßen Mäuler) erfuhren wir, dass wir uns auch hier auf einem sehr geschichtsträchtigen Boden befanden. Zum einen war hier Jud Süss festgesetzt worden, bevor er nach Aspach verlegt wurde und hier fand am 2.8.1948 die denkwürdige Dreiländer-Konferenz der drei südwestdeutschen Nachkriegsländer statt, die mit der Gründung des Landes Baden-Württemberg 1952 ihren Abschluss fand. Der Hohenneuffen war eine von den sieben Landesfestungen - 5 Burgen, Hohenurach, Hohentübingen, Hohenasperg, Hohentwiel und 2 Stadtbefestigungen, Kirchheim und Schorndorf.

Auf dem Abstieg erwischte uns noch ein kräftiger Regenschauer, der aber unserer guten Laune auch nichts anhaben konnte. Es war wieder eine schöne und sehr lehrreiche Wanderung.



Albverein Betzingen - Extrawanderer (12.05.2010)

Unsere monatliche Wanderung unter Werner Schmidt führte uns diesmal ins wildromantische Schlichemtal. Der Einstieg erfolgte bei der Böhringer Mühle, unterhalb der ehem. Burg Ramstein in die Schlichemklamm. Auf schmalen Pfaden, neben der oft über Kaskaden springenden Schlichem, wanderten wir dem Neckar entgegen. Zum Kapfkreuz ging es ganz schön bergauf. Die Mühe wurde belohnt mit einem wunderbaren Ausblick auf Epfendorf (hier wurde im18. Jh. Salz gewonnen) im Neckartal. Über das Schenkenbachtal zurück nach Harthausen - hier erwischte uns noch ein heftiger Regenguss - stiegen wir noch einmal hinunter in die Schlichenklamm, um zur Ruine Irslingen zu gelangen. Hier wurde der spätere Staufenkaiser Friedrich II. von der Schlossherrin des Konrad von Irslingen unter Barbarossa Graf von Assisi, Herzog von Spoleto, Reichsverweser über Sizilien die ersten drei Lebensjahre erzogen.

Nach soviel Geschichtsunterricht und den vielen Auf's und Ab's wanderten wir gemütlich an den Ausgangspunkt Irslingen zurück. Natürlich durfte der obligatorische Einkehrschwung nicht fehlen, vielleicht für manchen das Highlight der Wanderung.



Albverein Betzingen - Extrawandern (09.06.2010)

Herrliches warmes Wetter, die Extra-Wanderer des Albvereins Betzingen machten sich mit einigen PKW's auf den Weg zum Hohenstaufen. Von Ottenbach aus galt es nach einem Geburtstagsumtrunk den doch etwas steilen Hohenstaufen zu erklimmen. Auf halbem Weg besuchten wir die Barbarossa-Kirche und das Staufer-Dokumentationszentrum. Oben angelangt, konnten wir die große Anlage in ihren Grundrissen bewundern.

Hier erhielten wir einen sehr guten geschichtlichen Überblick, denn Werner Schmidt hat seine Leidenschaft für die Staufer entdeckt. Auf halber Höhe ging es dann zum Rechberg. Auch dieser Bergkegel war sehr steil. Wir durchstreiften die große Burganlage und erfuhren auch hier wieder viel Geschichtsträchtiges. Nun stand nur noch der letzte Berg - der Schlossberg - auf unserer Route. Wieder ging es hinunter und auf der anderen Seite wieder steil hinauf. Dort oben wurden wir für unsere Strapazen entlohnt, mit Kaffee, Kuchen, Eis oder Sonstigem. In der Kirche konnten wir noch das Solo des Ave Maria's - gesungen von unserer Mitwanderin Marianne - erleben, was uns alle sehr berührt hat. In weitem Bogen ging es nun hinab in die weite Ebene des Stauferlandes zurück nach Ottenbach. Sichtlich geschafft von der schwülen Hitze, strebten die Wanderer dem Gasthof für den Einkehrschwung entgegen. Ein erlebnis- und geschichtsreicher Tag ging seinem Ende zu.



Abschlusswanderung der 3 Kaiser-Berge am 14.07.2010

Nur die ganz harten und durch kein Wetter aufzuhaltenden Wanderer fanden sich zu unserer Abschlusswanderung der 3 Kaiser-Berge ein. Wir waren eine überschaubare Gruppe, die sich den letzten dieser 3 Kaiser-Berge vornahmen. Der Stuifen, mit seinen 757 m ist der höchste in dieser Dreierrunde und wurde von Wißgoldingen aus in Angriff genommen. Bald hatten wir den Waldgürtel erreicht und konnten aufatmen. Die Sonne brannte schon ziemlich runter. Nach einem ziemlich steilen und langen Abstieg wartete schon der nächste Berg - der Hornberg, 683 m, auf uns. Nachdem wir ihn gut dreiviertel erklommen hatten, wurde erst einmal die Mittagspause mit einem ordentlichen Vesper eingelegt. Von unserem Rastplatz aus hatten wir eine herrliche Aussicht über das Land. Danach konnten wir den letzten Rest gut hinter uns bringen und wollten vom Nordwestsporn "Luginsland" die allerorten gerühmte Aussicht genießen. Aber nichts von alledem war zu erspähen, da die Bäume zu hoch waren und uns die ganze Aussicht versperrten. Weiter ging es zum Segelfluggelände, welches schon seit 1928 besteht. Die dortige Segelflugschule - ab 1930 war es die bestausgestattete Deutschlands - besteht immer noch. Über das kalte Feld am Franz-Keller-Haus vorbei - dort wurden wir noch von einem Lehrer mit seiner Schulklasse mit einem Rätsel über das Kalte Feld auf unseren Wissensstand geprüft, wanderten wir runter zum Christentalpaß und besichtigten die Reiterleskapelle (gestiftet von der Bauernfamilie Reiter aus Tannweiler). Nun strebten wir doch relativ flott dem Parkplatz zu - jeder wollte der immer noch sengenden Sonne schnellstens entfliehen. Der berühmte Einkehrschwung entschädigte alle für die "heißen" Strapazen.



Albverein Betzingen - Extrawandern (11.08.2010)

Die Betzinger Extrawanderer des Albvereins unternahmen eine Reise in die Vergangenheit und zwar rund 35 000 Jahre zurück. In Fahrgemeinschaften wurde Schelklingen im Alb-Donau-Kreis angefahren. Vom Sirgenstein (Parkplatz) gelangten wir nach einigen hundert Metern zum Hohlen Fels - eine der beeindruckendsten Hallenhöhlen der Schwäbischen Alb. Seit 1870 finden dort archäologische Ausgrabungen statt. Hier wurde 2008 die Venus - älteste Menschendarstellung der Welt - gefunden. Diese wurde in der Ausstellung "Eiszeitkunst" gezeigt. Weitere Funde konnten auf Fotografien bewundert werden: ein Pferdekopf, ein Wasservogel, ein kleiner Löwenmensch. Nachdem uns das Innere der Höhle vom Vorsitzenden des Museums Schelklingen erklärt worden ist, konnte unsere Mitwanderin Marianne die wundervolle Akustik dieser Höhle mit einem Ave Maria testen. Es war ein Ohrenschmaus.

Danach wurde das Geißenklösterle erwandert. Auch hier wurden bei Grabungen noch Artefakte aus der Neandertaler Zeit gefunden. Die dort gefundene Knochenflöte aus Schwanenknochen konnte ebenfalls in der Eiszeitkust-Ausstellung bewundert werden. Nun strebten wir dem Rusenschloß zu - ehemalige Burg Hohengerhausen - gehörte früher einmal den Tübinger Pfalzgrafen, die es an die Helfensteiner verloren. Hier konnten wir endlich unsere langersehnte Mittagspause einlegen. Frisch gestärkt ging es weiter zur Günzelburg und Brillenhöhle, konnten diese aber nicht bewundern, da wir uns etwas verfranzt hatten. Nach rund 22 km erreichten wir unsere Autos. Beim üblichen Einkehrschwung konnten die verbrauchten Kraftreserven wieder bestens aufgefüllt werden.



Albverein Betzingen - Extrawandern (08.09.2010)

Trotz zweifelhafter Witterung konnte Wanderführer Werner Schmidt zahlreiche Extra-Wanderer der Betzinger Albvereinsortsgruppe in Tieringen auf der Zollernalb begrüßen. Ihr erstes Ziel war die Quelle des Flüsschen Schlichem, auf 880 m Höhe gelegen. Wahrscheinlich zur Tränke des Weideviehs wurde diese Quelle in einem Trog gefasst. Im Mai hatte die Gruppe den Unterlauf der Schlichem und ihre Mündung in den Neckar bei Epfendorf erwandert. Über die unter Naturschutz stehenden Hülenbuchwiesen wurde der Aussichtspunkt Lochenhörnle erreicht. Hier schon verzog sich der bis dahin dichte Nebel und der Blick ins Tal. wurde frei. Der weitere Wanderweg führte vorbei an der Jugendherberge Lochen hinauf zum Lochenstein. Die vordersten Wanderer hatten dort das Glück, eine Gämse beobachten zu können. Für den Rest blieb nur die umfassende Aussicht. Nächstes Ziel war die ehemalige Burg Wenzelstein. Nur der Burggraben und ein Brunnen-schacht blieben von ihr erhalten. Auf genau 1000 m ist der Gespaltene Fels zu finden, eine Felskluft ähnlich den Höllenlöchern oberhalb des Ermstales. Vom Schafberg führte der Weg zunächst steil abwärts in das rund 250 m tiefer gelegene selbständige Dörfchen Hausen am Tann mit seinen 500 Einwohnern. Eine neu erbaute Kapelle am Weiterweg lud zur Besinnung ein. Diese Kapelle wurde von einem Verein mit Mitgliedern im katholischen Hausen am Tann und im evange-lischen Tieringen als Zeichen gelebter Ökumene erbaut. Zum Abschluss der Wanderung bedankte sich Ludwig Beck, der stellvertretende Vorsitzende der Albvereinsortsgruppe, beim Wanderführer für den erlebnisreichen Tag.



Albverein Betzingen – Extrawandern (13.10.2010)

Die Extrawanderer vom Albverein Betzingen stellten ihre diesjährige letzte Wanderung unter das Motto "Jubiläumswanderung rund um Lenningen". Zu Feiern gab es vieles. Zum ersten - das Extrawandern besteht dieses Jahr schon 15 Jahre. Außerdem absolvierten wir in diesem Zeitraum nun die 100. Wanderung - welch eine Leistung. Zum guten Schluss wurde unser Wanderführer Werner Schmidt gefeiert, denn er hat dieses Ehrenamt nun auch schon 10 Jahre inne. Na, wenn das alles kein Grund zum Feiern war. Nach einem kleinen Sektumtrunk und einigen Dankesworten wollten die 23 Wanderer endlich die Strecke unter die Wanderstiefelsohlen nehmen, denn der Morgen war doch noch empfindlich kühl. Von Unterlenningen aus ging es in Richtung Brucker Fels. Der Anstieg war lang und knackig. Oben angekommen riss der Nebel auf und die Sonne beschien die herbstlich buntgefärbten Bäume - ein herrliches Farbenspiel. Einen Ausblick ins Tal hatten wir nicht, denn es lag eine weiße Nebeldecke darüber, was einen sehr unwirklichen Eindruck hinterließ. Immer am Albtrauf entlang strebten wir unserem Rastplatz am Heidegraben bei Erkenbrechtsweiler zu.

Hier genossen wir in der Sonne unsere wohlverdiente Vesperpause. Frisch gestärkt wanderten wir immer am Albtrauf entlang und kamen am Schroffels, Kammfels und Konradsfels vorbei. Es waren phantastische Steinsformationen zu bewundern, so das Kesselfinkenloch. Der Abstieg nach Oberlenningen war auf einem sehr, sehr schmalen Weg am Bergrand zu bewältigen. Der doch recht steilabfallende Hang war für manche eine echte Herausforderung, denn es ist nun mal nicht jeder schwindelfrei. Heil unten angekommen strebten wir unseren Fahrzeugen entgegen, die uns zu unserem wohl verdienten Einkehrschwung brachten. Nun konnten die leeren Mägen wieder kräftig mit Kalorien aufgefüllt werden.

Wir freuen uns schon heute darauf, wenn es im Frühjahr wieder los geht.