Bericht: Giselheid Moser

Berg auf, Berg ab durch die französischen Alpen vom 27.06.-04.07.2009

Wieder einmal hatte der Schwäbische Albverein Betzingen eine Wanderwoche in den franz. Alpen geplant und zwar in Samoens im Haute Savoie. So starteten am Samstag, 27. Juni 2009 sechsunddreißig Wanderfreunde per Bus zuerst über die A 81 Richtung Bodensee und in der Schweiz vorbei an Zürich und Bern an den Genfer See. Hier hatte man die Gelegenheit, die am Hang gelegene elegante Stadt Lausanne mit der gotischen Kathedrale Notre-Dame zu besichtigen. Danach war nur noch eine kurze Strecke bis nach Samoens zurück zulegen. Das Haus war glücklich gewählt, denn es bot viel Attraktives, wie Hallenbad und Sauna im Inneren und viele Sitzgruppen unter alten Bäumen im Außenbereich.

Am ersten Tag besuchte man am Vormittag den sehr gepflegten Botanischen Garten mit seinen Pflanzen aus aller Welt, der am Hang in Terrassen angelegt ist.

Nachmittags brachte der Bus die Wanderer nach Salvagny. Nun durften die Wanderstiefel angezogen werden und es ging gleich mit einem steilen Aufstieg los Richtung Refuge des Fonts. Es waren nicht nur gut 500 Höhenmeter zu bewältigen, sondern auch eine Hängebrücke an schwankenden Seilen. Diese Anstrengungen wurden dann, oben auf der Hütte, mit einem herrlichen Rundblick über die Bergwelt belohnt.

Ab Montag hatte man die Wanderer in zwei Gruppen geteilt, um jedem nach seiner Kondition gerecht zu werden. So wanderte man erst gemeinsam, die einen schneller, die anderen beschaulicher durch das Naturschutzgebiet des Cirque de Fer à Cheval in Richtung „Bout de Monde“ (Ende der Welt). Dies ist ein wunderschönes Tal mit ca. 25 Wasserfällen, umgeben von den hohen Bergen des Grand Massif. Wo hin man schaute kamen mal kleinere, mal breite Wasserfälle aus den Bergwänden. Es sprühte oft recht angenehm bei diesem warmen Tag mit viel Sonne. Während die eine Gruppe nach gut 300 Höhenmetern Mittagsrast machte, um anschließend gemütlich zurück zu wandern, zog es die Sportlicheren höher bis an den Fuß der Steilwände. Auf dem Rückweg konnte man noch einige Steinböcke an den Felswänden beobachten.

Der dritte Tag begann mit einem kleinen Geburtstagsumtrunk, was alle recht beflügelte. Diesmal trennten sich die Gruppen für einen Tag und wanderten ab der Unterkunft in verschiedene Richtungen. Die Genusswanderer schauten sich erst den Ort Samoens an, um danach Schritt für Schritt immer höher zu kommen durch hübsche Dörfer, wie la Turche, les Mouilles, Vigny, etc.. Die alten Bauernhäuser sind durchweg aus Holz gebaut mit langen Balkonen zum Trocknen von Wäsche und Feldfrüchten. Und überall blüht es in den Bauerngärten. Ein Zufall war es, dass die Wanderer zuerst einen Geier und später auch einen Adler über sich kreisen sahen. In le Clos Parchet besuchte man das Ecomysee. Ein Bauernhausmuseum ganz besonderer Art. Die Führerin brachte das Leben in früheren Generationen so beschaulich und interessant dar, dass alle begeistert waren. Erst beim Abstieg wurde einem bewusst, dass man doch einige Höhenmeter geschafft hatte. Doch kein Vergleich mit der aktiven Gruppe, die an diesem Tag weit über 900 Höhenmeter bewältigte. Sie zog es vorbei an Vallon D’en Haut, über Pertuet zu den Chalets de Crion. Nach diesem herrlichen Tag gab es auch wieder viel zu erzählen.

Am Mittwoch brachte der Bus die Wanderer bis zur Cascade du Rouget. Ab hier ging es besonders steil bergauf über Steinstufen und Wurzeln. Während die gemäßigte Gruppe zum Chalet du Lignon (1180) und weiter zu den nebeneinander liegenden Wasserfällen Cascade de la Sauffaz und Cascade de la Pleureuse wanderte, zog es die Gipfelstürmer weiter. Sie stiegen an den Felswänden mit ausgesetzten Passagen immer höher zu einer herrlichen Hochfläche mit einer phantastischen Blumenwelt, wie Anemonen, Orchideen, Alpenrosen, Berglilien und Trollblumen. Auch Steinböcke und Murmeltiere konnten beobachtet werden auf dem Weg zum Refuge de Sales. Doch an diesem Tag kam das Gewitter schneller und heftiger. Während die einen noch trocken die untere Hütte erreichten, mussten sich die anderen durch Hagel, Wind und Regenguss kämpfen.

Zum Ausgleich war der Donnerstag ein recht gemütlicher Wandertag. Entlang des Gebirgsbaches Giffre stieg man allmählich im höher durch den Wald nach Les Allmandes und hinauf auf das Plateau Gorges du Pied du Crêt. Den Rundweg führte später auf einem Waldweg zurück zum Ort.

Freitag der letzte Wandertag brachte noch mal einen Höhepunkt. Per Bus ging es das von früher schon bekannte Gebiet bei Clusac. Hier hatten sich die Wanderführer den Tete de Danay mit freiem Gipfel ausgesucht. Vom Gipfelkreuz hatte man einen herrlichen Rundblick. Nach dem Mittagessen in Saint Jean de Sixt fuhr man in die Käserei nach Thones, wo tüchtig eingekauft wurde. Aber auch für eine Stadtbesichtigung war noch Zeit.

Doch am Samstag musste man schon wieder Abschied nehmen von dieser wunderschönen Bergwelt und auch von dem guten Essen im Haus.

Auf der Rückfahrt legte man noch einen Stopp in Borc ein, um die dort ansässige Schokoladenfabrik Chailler zu besuchen. Den süßen Verlockungen konnte kaum jemand widerstehen. Zufrieden und gutgelaunt kam man wohlbehalten wieder nach Betzingen.

Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren Dieter Schaber und Werner Schmidt und ebenso an die spontan eingesprungene Wanderführerin Ursula Rauscher. Es war einfach eine unvergessliche Wanderwoche.


© Albverein Betzingen 12.07.2009