"Extra wandern" am Neckar und auf der Alb
April - Oktober 2009
| Berichte: | Rolf Marstaller (1. Etappe) |
| Karin Döffinger (2., 4., 5. & 7. Etappe) | |
| Peter Schramm (3. & 6. Etappe) | |
| 1. Etappe | 2. Etappe | 3. Etappe | 4. Etappe |
| 5. Etappe | 6. Etappe | 7. Etappe |
| © Albverein Betzingen |
Über dem Ermstal zwischen Dettingen und Urach am 08.04.2009
Zum Auftakt der Saison für Extrawanderer fuhren 34 Wanderfreudige mit der Bahn nach Dettingen b. Urach. Noch auf dem Bahnhof in Dettingen wurden die Leute von Wanderführer Werner Schmidt begrüßt. Nach der Erkundigung ob sich jeder für die ca. 16 km Wanderstrecke fit fühlt und keiner sich negativ meldete marschierte man los. Zuerst durch den schön hergerichteten Ortskern von Dettingen und dann auf der Neuffener Straße in Richtung Hörnle. Schon vor dem Eintritt in den Wald ging es dann fast eben am Waldrand auf einem Höhenweg entlang bis zum Parkplatz Wachtertal. Werner Schmidt wollte das Ermstal in schönster Blüte zeigen, doch durch den langen Winter war die Natur erst im Erwachen und es zeigte sich erstmal nur ei schwaches grün. Steil ansteigend ging es nach einer kurzen Rast hinauf zum Schillingskreuz und weiter zur Karlslinde, ein Naturdenkmal. Auf der Hochfläche Kienbein wurde dann erst einmal ausgiebig Mittagsrast gehalten, der Anstieg von 320 m hatte recht hungrig und durstig gemacht.
Weiter ging es nun über die Aussichtsfelsen "Deckelesfels" und "Seizenfels", die den Wanderern einen herrlichen Ausblick in das untere Ermstal ermöglichten, und vorbei am Hülbener Segelflugplatz. Oberhalb der Ansiedlung Dettingen-Buchhalde befindet sich der 782 m hohe Buckleter Kapf, welcher als das nächste Ziel ausgesucht wurde. Über den Nägelesfelsen ging es weiter zu den Höllenlöchern der Uracher Eichhalde. Mancher der Teilnehmer fragte sich wie lange diese Felsformationen noch halten, bevor sie in das Tal hinab poltern. Nach kurzer Rast und einigen Geschichtsdaten, die wie immer interessant von Werner Schmidt vorgetragen wurden, ging man nun an den Abstieg nach Bad Urach .Bei der Rückfahrt, heute ohne Einkehr, wurde wieder die Bahn genommen. Zweiter Vereinsvorsitzender Ludwig Beck bedankte sich unterwegs bei Werner Schmidt für die schöne Auftaktwanderung, die wie immer schöne und interessante Ziele bietet. Seitenanfang
Extra-Wandern am 13. Mai 2009
Bei wolkenverhangenem Himmel startete eine überschaubare Gruppe um 8 Uhr mit einigen PKW's nach Heiligenzimmern (früherer Name war Horgenzimmern und bedeutete Sumpfland). Von dort ging es dann auf Schuster's Rappen zum ehem. Kloster Bernstein (von 1361 bis 1806 Kloster, heute in Privatbesitz). Von 1946 bis 1955 war während der französischen Besatzung dort eine provisorische Kunstakademie mit staatlichen Zuschüssen untergebracht. Dort arbeitete und lehrte HAP Grieshaber. Wir besichtigten die kleine Kapelle und auch die Mönchsgruft, an dessen Wand HAP Grieshaber seinen schwarzen Engel hinterlassen hat. Bevor wir uns auf den Anstieg zum Kloster Kirchberg machen konnten, erlebten wir eine von der Polizei angelegten Razzia. Wir wurden nach unserem Woher und Wohin eingehend befragt. Was war der Grund? Eine Walkerin war kurz vorher im Wald von einem jungen Jogger überfallen worden. Sie konnte sich erfolgreich zur Wehr setzen. Nun wurde der junge Mann sogar mit Polizeihubschrauber gesucht. (Wie ich ein paar Tage später in Erfahrung bringen konnte, wurde der Übeltäter inzwischen dingfest gemacht). Langsam kam die Sonne heraus und wir umrundeten Kloster Kirchberg (von 1237 bis 1806), denn wir wollten ja auch die früheren Fischteiche noch sehen. Genau zur Mittagszeit erreichten wir das Kloster und konnten in seinem wunderbaren Klostergarten unser Vesper (nach Abzug des Polizeihub-schraubers) in aller Ruhe genießen. Besonders schön war der Ausblick auf den Hohenzollern. Nach 1806 lebten noch 31 Nonnen im Kloster, das dann württem-bergisch wurde und zur Staatsdomäne erhoben wurde. Von 1851 bis 1941 war es eine Ackerbauschule. Von 1958 an wurde es von der evangelischen Michaels-bruderschaft, dem Berneuchener Kreis gepachtet und es finden heute dort allerlei Schulungen, Work-Shops und Meditations-Seminare statt. Wir verlassen Kloster Kirchberg und wenden uns der Höhe zu. Dort - ein wunderschöner Aussichtspunkt - steht das Caravaka-Kreuz, ein Pestkreuz, das am Querbalken geschnitzte Knospen hat, sie sollen bedeuten: "Neues Leben am toten Holz". Durch den Wald wandern wir zum Tonau-Turm und geniessen von ihm auch wieder den Blick über das weite Voralbland. Dann ging's bergab zum Grab des Viehhirten Michael Jäckle, der seit 1627 hier ruht. Dieses Grab befindet sich mitten im Wald - es war sein Wunsch, dort begraben zu sein. In einem Holzkästchen befindet sich ein Gästebuch, in welches wir uns eintrugen. Die älteren Gästebücher befinden sich auf dem Rathaus in Burgfelden. Der Viehhirt was als Wunderdoktor für das Vieh im weiten Umkreis sehr begehrt. Im Winter trieb er gern in den Lichtstuben seinen Schabernack mit den Mädchen. Im großen Bogen gelangten wir wieder an den Ausgangsort Heiligenzimmern. Der geplante Einkehrschwung brachte uns nach Gomaringen ins "Bahnhöfle". Man kann sagen, es war wieder eine wunderschöne und lehrreiche Wanderung. Seitenanfang
Extra-Wandern am 10. Juni 2009
20 Wanderer trafen sich dieser Tage auf dem Parkplatz bei der Julius-Kemmler-Halle in Betzingen. Sie wollten das Angebot zum "Extra-Wandern" im oberen Filstal der Albvereins-Ortsgruppe nutzen. Start war dann in Bad Ditzenbach. Nach einer Stunde Aufstieg war die umfangreiche Ruine der Hiltenburg erreicht. Die Burg, bis 1516 Sitz der Grafen von Helfenstein, wurde nach einem Streit der Grafen mit Herzog Ulrich von Württemberg von den herzoglichen Truppen zerstört. Wie immer wieder in den vergangenen Jahrzehnten sind auch jetzt umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gange. Der Weiterweg führte meist durch Wald über den Fels Ofen, die Schonterhöhe zu den Oberbergfelsen. Besonders sehenswert war rechts und links des Weges das reichliche Vorkommen der Türkenbund-Lilie. Nächstes Ziel war die Buschel-Kapelle inmitten der Gräben und Wälle der einstigen Burg Berneck. Bis zum Kilianskreuz boten sich weitere Aussichtspunkte zum Blick ins Tal und die gegenüberliegenden Berge an. Im Abstieg wurde die Kapelle Alt-Ave oder Gnadenkapelle erreicht. Vorbei an einer Lourdes-Grotte ging es über einen Stationenweg weiter hinab zur Wallfahrtskirche Ave-Maria oberhalb von Deggingen.
Der Bau dieser äußerlich schlichten Kirche wurde 1716 begonnen und rund 40 Jahre später fertig gestellt. Das Innere besticht durch einen reichen Bild- und Figurenschmuck. Besonders besticht der Rokoko-Hochaltar der Degginger Künstlerfamilie Schweizer. Statt von Säulen wird das spätgotische Gnadenbild von Stuck-Engeln getragen. Sehenswert sind auch die Tafelbilder der Seitenaltäre und die Deckenfresken. Nach kurzem Aufenthalt wanderte die Gruppe zurück nach Bad Ditzenbach. Dort bedankte sich der stellvertretende Vorsitzende der Betzinger Albvereinsortsgruppe Ludwig Beck bei Wanderführer Werner Schmidt für einen erlebnisreichen Tag. Seitenanfang
Extra-Wandern am 07. Juli 2009
Extrawanderwart Werner Schmidt führte uns diesmal ins Helfensteiner Land und zwar nach Bad Überkingen, welches wegen seiner Mineralquellen weit über seine Grenzen bekannt ist. Schon seit dem 12. Jahrhundert wird die Heilkraft dieser Quellen genutzt. Auf Burg Bühringen verbrachte die Witwe von Graf Ulrich von Helfenstein Maria von Bosnien ihre letzten Jahre. Durch das Autal führte der Weg an einer kleinen Kapelle vorbei zu den Auwasserfällen steil berg an. Die Au entspringt in einer 500 m langen Höhle als starke Quelle. Am Albtrauf ging es dann nach Burgstall Türkheim. Von der Burg ist hier nur noch der Halsgraben erhalten. Unter dem Schutz von 2 riesigen Kastanienbäumen (denn ausgerechnet jetzt fing es stark an zu regnen) legten wir unsere Mittagsrast ein. Danach ging es weiter am Albtrauf entlang bis zur Kahlensteinhöhle. Hier durften wir einen Blick ins Innere werfen, denn 2 ehrenamtliche Helfer des Kahlenstein-Höhlenvereins ließen es sich nicht nehmen, uns ihr Schmuckstück zu zeigen und zu erklären. Die Höhle ist seit 1895 auf Anmeldung der Öffentlichkeit zugänglich.
Da das Wetter keine Besserung versprach, verzichteten wir auf eine Weiterwanderung zur Schildwacht und machten uns stattdessen an den direkten Abstieg nach Bad Überkingen. Der übliche Einkehrschwung darf natürlich nicht fehlen und so konnten wir uns wieder über einen wirklich gelungenen Wandertag freuen. Seitenanfang
Bericht über die Extrawanderer-Tour vom 12.8.2009
Eine ansehnliche Gruppe von Extrawanderern (29 Personen) fanden sich zusammen, um eine herrliche Tour zu beiden Seiten der 5-Täler-Stadt Geislingen zu unternehmen. Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit starteten wir von dem über Geislingen auf der Alb gelegenen Parkplatz Schildwacht in Richtung Süden. Es ging immer schön am Albtrauf entlang und wir konnten immer wieder von exponierten Stellen die herrliche Aussicht geniessen. Auch machte uns Werner Schmidt mit der Geschichte dieser Albüberquerung vertraut. Seit der Römerzeit existierte hier eine Fernstraße und ist heute ein Bestandteil der B 10. König Wilhelm I. von Württemberg ließ ab 1846 hier mit dem Bau der Eisenbahnverbindung beginnen, die Strecke Heilbronn - Stuttgart - Ulm - Friedrichshafen wurde 1850 in Betrieb genommen. Nach ca. 2 Stunden Wanderzeit wechselten wir auf die gegenüberliegende Seite und wanderten im Schatten des Waldes in Richtung Norden. Beim Ödenturm - 1400 von der Reichsstadt Ulm als Vorwerk der Burg Helfenstein erbaut - machten wir kurz Rast. Leider war der Turm geschlossen. Weiter gings zur Ruine Helfenstein - erbaut ca. 1100 -. Von dort konnten wir schon die wunderschönen Gebäude des Altstadtkerns von Geislingen in Augenschein nehmen. Nach knackigem Abstieg auch durch den Garten eines Privathauses - der Besitzer wollte uns bei der Wärme nicht den großen normalen Abstieg zumuten - waren wir schnell in Geislingen angekommen. Dort wurden nun die schon von oben erspähten Gebäude wie der Alte Bau 1445 - 8-stöckiger Fruchtkasten, Kornschreiberhaus - 1397, Helfensteiner Stadtschloß 14. Jh. , alter Zoll 1495, Stadtkirche 1424-28 und das Pfarrhaus 15 Jh. ausgiebig betrachtet. Die meisten gönnten sich noch kurz ein Eis bevor man sich an den direkten und ziemlich steilen Anstieg zu unseren Autos machte. Der schon gewohnte Einkehrschwung in Grafenberg durfte auch nicht fehlen und so schloss man den wunderschönen Wandertag mit einem guten Essen ab. Seitenanfang
Extra-Wanderer am Filsknie, 09.09.2009
Schon 4-mal Wandern im Filstal. Trotzdem war es auch dieser Tage für 26 Extra-Wanderer der Ortsgruppe Betzingen des Schwäbischen Albvereins ein interessantes 5. Ziel, ausgesucht von Wanderführer Werner Schmidt. Ausgangspunkt war diesmal Hausen an der Fils, ein Teilort von Bad Überkingen. Schon bei der Anfahrt beeindruckte die imposante Hausener Wand. Sie ist die Folge von Felsrutschen, die in der Eiszeit begannen und sich bis heute fortsetzen. Nach 270 Höhenmeter Aufstieg durch schattigen Buchenwald wurden die Hausener Felsen am Rand des Michelsberges erreicht.
Ziemlich eben ging der Weg weiter vorbei an den umfangreichen Anlagen des Berghauses und der Freizeit- und Begegnungsstätte der Aidlinger Schwestern weiter über den Kuchberg und Tennenberg zum Burren. Dieser Aussichtshügel mit seiner reichen Herbstflora wie Deutscher Enzian, gefranster Enzian und sogar Frühlings-enzian und vielen Silberdisteln war ein idealer Platz zur Mittagsrast. Die Aussicht reichte über das Filstal mit seinen Industriestandorten von Eislingen bis Kuchen hinüber zu den "Kaiserbergen" Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen mit ihrem Hinterland.
Nächstes Ziel war die ehemalige Burg Spitzenberg, von der aber außer den Burggräben nur noch geringe Reste erhalten sind. Im frühen Mittelalter saß dort ein bedeutendes Ministerialengeschlecht der Staufer. Der Weiterweg am Talhang auf urwaldähnlichem schmalem Pfad durch ein Bannwaldgebiet Richtung Oberböhringen erforderte volle Aufmerksamkeit.
Am 75 Hektar großen Golfplatz von Oberböhringen entlang wurde der Aussichts-punkt Ramsfels erreicht. Zu Füßen Geislingen an der Steige, darüber die Ruine Helfenstein und der Ödenturm lohnten wirklich den Ausblick. Oberhalb der Hausener Wand führte der Wanderweg wieder zu den Hausener Felsen und hinab ins Tal. Ludwig Beck, der stellvertretende Vorsitzende der Albvereinsortsgruppe, konnte im Namen der Teilnehmer den Dank für diesen einmaligen Wandertag aussprechen. Seitenanfang
Jahresabschluss am 14.10.2009 stand unter dem Motto "Nostalgiewanderung"
was immer das auch heißen wollte, denn jeder verstand etwas anderes darunter. Bei schon recht kaltem Wetter - man musste sich schon sehr warm anziehen - führte uns Extrawanderwart Werner Schmidt von seinem Heimatort Eningen auf den Drackenberg. Hier erklärte er uns, dass wir uns in dem UNESCO-Biosphärengebiet "Schwäbische Alb" befinden und somit in der Weltliga der schützenswerten Regionen wie z.B. Serengeti, Yellowstone Nationalpark, Hawaii-Inseln etc. mitspielen. Weiter ging es zum Steigfelsen, von wir eine herrliche Aussicht auf Eningen, Reutlingen und Umgebung hatten. Dies nahm nun Werner sehr wörtlich und schwenkte von einem sehr schönen und breiten Wanderweg hangwärts auf einen steilen Trampelpfad ab. Von hier aus erreichten wir den oberen Lindenhof (erbaut zwischen 1914 - 1928, heute Universität Hohenheim) wo wir geschützt und schön in der Sonne auf schnell aufgebauten Biertischgarnituren unsere Mittagsrast einlegen konnten. Wir umrundeten auf wildromantischen Wegen das Segelfluggelände und erreichten das Klappersteigle. Der Abstieg erforderte unsere ganze Aufmerksamkeit, denn das feuchte Laub verdeckte die darunterliegenden glatten Steine, was so manche Rutschpartie auslöste. Der Aufstieg zum Urselhochberg war dann noch mal ganz schön knackig. Über die Jungviehweide erreichten wir wieder Eningen, wo wir beim schon gewohnten Einkehrschwung, die während des Wanderns erträumten Gaumenfreuden wahr werden lassen konnten. Seitenanfang