Bericht: Egon Faber
Zur 6-tägigen Ausfahrt des Albvereins Betzingen ins Fichtelgebirge konnte Reiseleiter Ludwig Beck, zweiter Vorsitzender des AV-Betzingen, 45 Personen auf dem Kemmler-Platz begrüßen. Die Fahrt ging über die Autobahn Heilbronn mit einem ersten Halt in Würzburg. Unter den Teilnehmern war ein Geburtstagskind und so gab es als Frühschoppen ein Glas Sekt und Brezeln vor der historische Kulisse der Residenz, ein UNESCO - Weltkulturerbe, Hauptwerk des Süddeutschen Barock, eines der bedeutendsten Schlösser Europas, erbaut 1720 bis 1744.
.jpg)
Nach diesem Überraschungstrunk fuhr man weiter zum ehemaligen Benediktinerkloster Banz, gegründet 1069, welches heute zur Hans Seidel - Stiftung gehört. Weithin sichtbar präsentiert sich die schlossartige barocke Klosteranlage mit der zweitürmigen Kirche auf einem Tafelberg hoch über dem Main, nicht zufällig gegenüber der auf der anderen Mainseite gelegenen Wallfahrtskirche "Vierzehnheiligen" bei Staffelstein, die anschließend besucht wurde. Die Kirche ist in den Jahren 1743/72 (also nach Banz) entstanden. Der heute prunkvolle Bau löste eine kleine Kapelle ab, die bis dahin das Ziel zahlloser Wallfahrten gewesen war. Jedes Jahr kommen etwa eine halbe Million Besucher hierher. Anschließend ging die Fahrt weiter über Kulmbach - Bad Berneck nach Bischofsgrün ins Hotel.
Nach einem ausgiebigen Frühstücksbüfett fuhr man am zweiten Tag mit dem Haubensessellift auf den Ochsenkopf (1024 m) mit dem weithin sichtbaren Sendeturm und dem Aussichtspunkt "Asenturm". Der Turm wurde 1922/23 erbaut und trägt die Inschrift "Wetter und Sturm trotzt der Asenturm, tus ihm gleich Mein Deutsches Reich". Bei herrlichem Sonnenschein hatte man vom Turm eine schöne Aussicht über das ganze Fichtelgebirge. Von hier wanderte die Gruppe zur Weißmain Quelle und wieder zurück. Anschließend wurde noch das historische Silbereisenbergwerk im Naturpark Fichtelgebirge besucht. Eine Tonbildschau informierte die Besucher über die Geschichte des Bergbaus, ehe man mit Helm und Grubenlampe ausgerüstet in die Tiefen des Ochsenkopf unter sachkundiger Führung stieg. Mittelalterliche Bergbaukunst wirkte im Silbereisenbergwerk "Geißinger Fels" und schuf eineinigartiges mittelalterliches Bergbauflair. Große Weitungen wechseln mit schmalen Stollen. Nach der interessanten Führung und einem Grubenschnaps ging es wieder ans Tageslicht zurück, und nach einem Aufenthalt am Fichtelsee fuhr man wieder zurück ins Hotel.
Am dritten Tag stand eine Stadtbesichtigung in Bayreuth auf dem Programm. Unterwegs gab Reiseleiter Ludwig Beck immer wieder Erläuterungen über Land und Leute. In Bayreuth angekommen wurde man von zwei Stadtführerinnen erwartet, die nach kurzer Fahrt durch die Stadt am "Grünen Hügel" mit dem Festspielhaus der Richard Wagner Festspiele die Führung begannen. Alljährlich wallfahren rund 60000 Besucher nach Bayreuth, wenn es wieder soweit ist. Dabei ist das berühmte Festspielhaus kaum schöner als das klotzige neue Rathaus der Stadt, aber der Mythos macht's. Weiter ging die Führung zur Eremitage, die Markgraf Georg Wilhelm 1715 unweit der Residenzstadt errichten ließ. In der Mitte des Neuen Schlosses der Eremitage liegt der achteckige Sonnentempel. Er wird gekrönt von einem Viergespann feuriger Rosse des Sonnengott Helios. Mit dem Markgräflichen Opernhaus, Wagner Haus, Schlosskirche, Neues Schloss und Hofgarten endete die hochinteressante Stadtführung. Auf dem Rückweg ins Hotel wurde noch der Egerquelle ein Besuch abgestattet.
Der vierte Tag war eine Erkundung der Stadt Wunsiedel. Die Stadtführer begannen ihren Rundgang an der Evangelischen Stadtkirche St. Veit, wo sich auch das Jean-Paul (Johann Friedrich Richter 1763-1825) Denkmal, welches die Stadt zu Ehren ihres berühmtesten Sohnes errichten ließ, befindet. Vorbei am Hospitalstift, jetzt Fichtelgebirgsmuseum, einem Stück alter Stadtmauer und weiter über den Luitpoldplatz zum Koppetentorturm kam man an einigen Brunnen, in Wunsiedel hat es 33 Brunnenanlagen, vorbei. Jedes Jahr im Juni wird das Brunnenfest durchgeführt, wobei alle Brunnen festlich mit Blumen geschmückt werden. Am markanten Rathaus mit seinen wuchtigen Eingangstoren, errichtet 1835-1837, endete die Stadtführung. Im weiteren Programm war der Besuch des Bürgerlichen Landschaftsgarten, Europas größtes Felsenlabyrinth "Luisenburg", ein gigantisches Granitsteinmeer, vorgesehen. 300 Millionen Jahre alte Felsenformationen, ein bizarrer Wasserfall und zierliche Pavillons bleiben den Besuchern in unvergesslicher Erinnerung. Eine kleine Gruppe machte in der Zwischenzeit eine Wanderung hinauf auf die "Kösseine", dem Hausberg von Wunsiedel mit seinem herrlichen Ausblick. Die Nichtwanderer fuhren weiter in die Klosterstadt Waldsassen, mit einem Abstecher zur Kappel - Wallfahrtskirche "Zur heiligen Dreifaltigkeit", erbaut 1685 von Baumeister Georg Dientzhofer.
Am fünften Tag ging die Fahrt zum Zusammenfluss von "Weißer Main" (Fichtelgebirge) und "Roter Main" (Frank. Schweiz), die den 524 Kilometer langen Main bilden. Davon sind 396 Kilometer ab Bamberg schiffbar. Weiter ging es nach Kulmbach, der heimlichen Hauptstadt des Bieres. Bei einer Führung durch das Brauereimuseum konnten die Besucher einiges über die Herstellung des Bieres erfahren. Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt auf die "Plassenburg" mit einem Besuch des größten Zinnfigurenmuseums der Welt.
Am sechsten und letzten Reisetag hatte man bei regnerischem Wetter eine verkürzte Stadtführung in der Weltkulturerbestadt Bamberg. Tausend Jahre Geschichte haben Bamberg zu einem Juwel in der Kunstlandschaft Oberfrankens gemacht, Um hier alle Sehenswürdigkeiten zu sehen war die Zeit viel zu knapp und man beschränkte sich beim kurzen Rundgang auf das Alte Rathaus, Klein Venedig mit den herrlichen Fischerhäusern am rechten Ufer der Regnitz, das Benediktinerkloster auf dem Michelsberg, die Domherrenhöfe und den Rosengarten. Bamberg ist ein Gesamtkunstwerk aus über 2300 denkmalgeschützten Bauten vieler Stilepochen. Entscheidenden Anteil an dem weltweiten Ruf Bambergs haben die Bamberger Symphoniker, musikalische Botschafter ihrer Stadt und gern gesehen auf allen Kontinenten. Bei der Heimfahrt gab es bei einem Zwischenstop nochmals einen Geburtstag eines Teilnehmers zu feiern. Sechs erlebnisreiche Tage gingen für alle Teilnehmer zu Ende. Horst Herzig bedankte sich im Namen Aller bei Reiseleiter Ludwig Beck für die hervorragende Organisation und den reibungslosen und harmonischen Verlauf der Reise.
| © Albverein Betzingen |