Bericht: Rolf Geiger
Fahrt zur Stadtbesichtigung von Bad Wimpfen am 31.08.2008.
Die jährliche Städtereise mit der Eisenbahn führte dieses mal nach Bad Wimpfen am Neckar. Einst als Kaiserpfalz zur freien Reichsstadt durch ständigen Kauf von Privilegien geworden,erfolgte ab 1622 im Dreißigjährigen Krieg der Niedergang. Nie mehr hat die Doppelstadt aus Wimpfen im Tal und dem Wimpfen am Berg seine frühere Einwohnerzahl erreicht. Beschießungen, Belagerungen und Einquartierungen bis in das 19.Jahrhundert ließen Wimpfen verarmen. Im 2. Weltkrieg blieb die Stadt von Zerstörungen verschont. Erst spät profitierte man vom Salzhandel. Der Sole ist auch der Titel Bad Wimpfen zu verdanken, wobei der Kurbetrieb rückläufig ist.
Gegründet wurde Wimpfen von den Römern. Die Tal-Stadt war bis Ende des ersten Jahrtausends Hauptort und weist heute eher Dorfcharakter auf. Hauptattraktion ist die im 9.Jh.errichtete Ritter-Stiftskirche St. Peter. Zu Beginn des 2.Jahrtausends, als die Kaiserpfalz zeitweise von den Kaisern bewohnt wurde, ist das schon weithin sichtbare Wimpfen am Berg zum Zentrum geworden. Schon von Ferne grüßen Roter und Blauer Turm sowie die Türme der Stadtkirche. Ähnlich wie bei Rothenburg, Nördlingen und Dinkelsbühl hat der jahrhundertlange Niedergang und die Verarmung der Stadt die historische Substanz unfreiwillig erhalten. Wimpfen kann dadurch heute dem Tourismus ein liebevoll restauriertes Besuchsziel präsentieren. So weist es das größte Steinhaus nördlich der Alpen auf und man geht auf den Pflastersteinen, die noch vor der Reformation gelegt wurden. Bereits 1522 war Wimpfen lutherisch.
Napoleon beendete die Reichsstadtzeit, Wimpfen wurde hessisch, ab 1945 badisch und auch württembergisch und ist bis heute ohne einen Staatsvertrag. Einige Behörden sind noch heute in Darmstadt. Im Mittelalter hatte das Marktrecht große Bedeutung und just an diesem Sonntag konnten sich die Betzinger nach Stadtführung und Mittagessen auf den historischen Zunftmarkt Begeben und Mittelalter nachempfinden. Schwertfeger, Plattner, Gewandmacher und viele historisch Gekleidete belebten die Stadt. Am Ende dieses schönen Tages bedankte sich Wanderwart H. Herzig noch bei dem Ehepaar Erika und Rolf Geiger für die gute Organisation dieser gelungenen Stadtreise.
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