Wanderreise nach Frankreich vom 22.-30.06.2007

Bericht: Fritz Wund

Also das war sie - die zweite Wanderwoche in den französischen Alpen mit Dieter Schaber!

„BONJOUR BETZINGEN,,

Eine herzliche Begrüssung für die 39-köpfige „Groupe Schaber" des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Betzingen die in der „Haute Savoie", genauer gesagt in der Ferienanlage „Village Vacances ACE Forgeassoud" vom 23. - 30. Juni 2007 eine Wanderwoche erlebte.

Das Hotel (1000m), über dem Ort „St. Jean de Sixt" gelegen, mit einem imposanten Blick auf das Aravis - Gebirge, war Ausgangspunkt für die täglichen Unternehmungen.

Dieses Haus, das von jungen Leuten geführt wird, bot für jeden gleich mehrere Überraschungen. Freundliches Personal, immer zuvorkommend, eine exzellente und reichhaltige Küche, wo der Käse jeden Tag zum Menü gehörte, und wo der Wein sprichwörtlich aus der Wand floss.

Aber nun von vorn und der Reihe nach:

Unser Busfahrer Karl, dem ich ein grosses Lob und Dank für seine sichere und umsichtige Fahrweise aussprechen möchte, fuhr die Gruppe über Schaffhausen, Zürich, Bern in die Region Gruyere. Wo ein kurzer Zwischenstopp gemacht wurde. Am Genfer- See, bereits auf der französischen Seite besuchten wir nachmittags das Städtchen „Ivoire". Ein auf einer Halbinsel gelegenes mittelalterliches Kleinod aus dem 14. Jahrhundert. Bei Sonnenschein genoss man den Ort und den See. Dieter, unser Frankreich- Experte erklärte uns ausführlich und gekonnt die Besonderheiten der Region und die Historie von Ivoire. Abends im Hotel erwartete uns ein 3-gängiges Abendessen, und jeder von uns war voller Erwartung für die nächsten Tage.

Sonntag, 1 .Wandertag
Dieser begann mit einer 3-stündigen Einlauftour auf den vorgelagerten „Chemin de Danay" (1731m). Ein kleiner Vorgeschmack auf eine wundervolle Berglandschaft. Einige Hartgesottene hängten nach dem Mittagessen noch eine zweite Route an, bevor man sich im Hallenbad oder in der Sauna wieder regenerieren konnte.

Montag. 2.Wandertag
Es regnet! Trotzdem unternahm die Gruppe eine 1/2 tägliche Wanderung in der näheren Umgebung. Werner Schmidt, ab nun auch bewährter Wanderführer im Ausland, führte die regenschirmbewaffnete Wanderschar an. Mit dieser Ausrüstung waren alle guten Muts. Der Weg ging gut voran, wurde aber nasser und glitschiger und im Wald ging einem der Morast bis an die Knöchel. Hinzu kam, dass ein übersehenes Wegzeichen uns in die Irre führte, so dass wir ziemlich aufgeweicht und dreckig unser Hotel erreichten. Die Truppe blieb trotzdem bei guter Stimmung, die sich abends im Hotel fortsetzte.

Dienstag, 3. Wandertag
Immer noch Regen, Regen, Regen. Wer spätestens jetzt meint, dieses „Sauwetter" wäre nicht wandertauglich, der kennt die Betzinger nicht. Bevor wir für nachmittags die Wanderschuhe schnürten, besichtigten wir in „Thones" die Käse-Produktion des berühmten „Reblochon de Savoie", eine regionale Spezialität, die es nur hier gibt. Der Regen hielt sich in Grenzen, sodass wir jetzt eine Bergtour oberhalb dem Wintersportort „La Clusaz" in Angriff nahmen. Ein leicht ansteigender Weg durch den Wald, dann über saftige Almen, auf der die berühmten „Reblochon- Kühe" grasten. Auf dem Gipfel (1600m) folgte der nötige Einkehrschwung, der das nasskalte Wetter wieder wett machte. Und deshalb war auch beim Abstieg die Stimmung bestens. Im Hotel fand nach dem Essen der „Betzinger Abend" statt. Ein buntes Unterhaltungsprogramm mit vielen Sketchen und Vorträgen, mit gemeinsamen Liedern und einem spontan gegründeten Männerchor mit Klavierbegleitung von Wilhelm Schmid. Durch das Programm führte und moderierte Wilhelm 1, der mit dem Akkordeon.

Mittwoch, 4.Wandertag
Die Berge sind wolkenverhangen und ihre Spitzen leicht schneebedeckt. Wir wagten es trotzdem. Unsere morgendliche Wanderung führte uns nach „Grand Burnand". Ein Waldlehrpfad war unser Ziel, der sich oberhalb des Städtchens an einem Steilhang befand. Auf ausgewiesenen Tafeln erfuhr man viel wissenswertes über die Vielfalt des heimischen Waldes, seiner Bäume und Pflanzen, (sofern man die Sprache beherrschte). Zum Schluss besuchten wir kurz bevor uns der Bus abholte, den Gemüse- und Jahrmarkt, der an diesem Tag im Städtchen stattfand. Nach dem Mittagstisch war unser Wanderziel das Dörfchen „Manigod", wo uns abends der Bus abholen sollte. Es sollte eine schöne Aussichtswanderung werden, und der 400 Höhenmeter lange Abstieg erforderte höchste Aufmerksamkeit. Der Regen machte das Ganze äusserst unangenehm, weil sich der Weg in einen Bach verwandelte. Ich für meinen Teil kann mich nicht erinnern, jemals einen schlimmeren „Dreckweg" gegangen zu sein. Doch dabei sein ist alles, und am Abend war wieder alles vergessen.

Donnerstag, 5.Wandertag
Endlich! Sonne und strahlend blauer Himmel. Wir fuhren mit dem Bus in die Mont Blanc- Region nach „Chamonix". Der Höhepunkt der Woche war die Panorama-Wanderung gegenüber dem Mont Blanc. Mit der Seilbahn ging es auf den 2526m hohen „Brevent", und von dort in ca. 3 Stunden bis „Flegere", über Geröllhalden, vorbei an Alpenrosen, Schneefelder und einer bunten Alpenflora. Auf der Rückfahrt besuchten wir in „ Passy" (Partnerstadt von Pfullingen) die sehenswerte Kirche „Notre Dame de Tout Grace".

Freitag, letzter Wandertag
Das Wetter blieb sonnig. Unsere letzte Wanderung begann oberhalb des „Lac Annecy". Der Bus brachte uns auf den „Col de Forclaz" (1157m). Der erste Aufstieg war zwar etwas beschwerlich, doch der schönere Teil der gesamten Strecke stand uns noch bevor. Alle waren total begeistert von dieser Landschaft, den üppig blühenden Blumenwiesen und den Felsmassiven darüber. Eine gepflegte Rast auf der „de Làulp" (1424m) bei einer Brotzeit und einem Glas Roten entschädigte die Gruppe für alle Mühen und Strapazen. Der Abstieg zog sich zwar in die Länge, aber die Berge haben uns voll belohnt. Ein Besuch der Stadt „Annecy" am späten Nachmittag und ein Bummel durch die engen Gassen und am See rundeten diesen wunderschönen letzten Wandertag ab. Abends gab es im Hotel, quasi als „Henkersmahlzeit" eine Spezialität des Hauses. Aus vier riesigen Käselaiben wurde ein delikates Raclette zubereitet, das bei allen regen Zuspruch fand. Der Abend klang für jeden von uns, und mit viel Wehmut auf das Erlebte, zufrieden aus. Und der Rote tat sein übriges.

Die Heimfahrt am Samstag ist schnell erzählt.
Nachdem alles im Bus verstaut war, ging es zügig Richtung Heimat, wieder auf der gleichen Route zurück. Da wir deshalb gut in der Zeit waren, machten wir eine 2-stündige Rast in der Schweiz in „Murten". Ein altes Städtchen am See gelegen, das zum bummeln anregte. Unser Fahrer Karl Kurzenberger brachte uns am Abend wieder sicher und wohlbehalten nach Betzingen zurück.

Ein persönliches Nachwort
Diese Wanderwoche haben wir unserem Dieter Schaber zu verdanken, der durch seine französisch-Kenntnisse diesen Aufenthalt in „St. Jean de Sixt" möglich machte. Ich sage meinen besten Dank. Merci Dieter. Der zweitwichtigste Mann, dem ich herzlich danke, ist unser Wanderfreund Werner Schmidt, der uns vor manchen „Irrwegen" abgehalten hat.


© Albverein Betzingen 11.07.2007