Auftaktwanderung am 21.01.2007

Bericht: Rolf Marstaller

Auftaktwanderung 2007 im Ermstal

Unbekannte, für Januar sehr laue Lüfte begleiteten die 30 wanderfreudigen Albvereinler aus Betzingen, bei der ersten Wanderung 2007 im Ermstal.

Mit Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (Bus und Zug) war man schnell in Bad Urach angekommen, dem Ausgangsort der Wanderung, wo am ehemaligen Tiergartentor die Wandergruppe durch den Wanderführer Rolf Marstaller begrüßt wurde. Eine ausführliche Stadtführung war nicht vorgesehen, aber an der Geschichte von Urach und an deren Sehenswürdigkeiten konnte man nicht ohne Erwähnung vorbei gehen. Das Residenzschloss, welches auch Geburtshaus von Graf Eberhard V. ist, die ev. Stiftskirche St. Amandus mit anschließendem ehem. Stift oder das Haus am Goris Brunnen, in dem heute auch Ausstellungen gezeigt werden, sind Zeitzeugen aus der Vergangenheit Urachs. Viele Fachwerkhäuser, die im württembergischen Renaissancestil gebaut wurden konnten bestaunt werden.

Am ehemaligen Standort des "Unteren Tores", auch das Stuttgarter Tor genannt, wurde die Stadt Bad Urach von der Gruppe verlassen. Ansteigend folgte man dem Weg unterhalb der Eichhalde bis zur Weggabelung, an der es nach oben zu den Höllenlöchern und auf ebenem Weg in die Wohngegend beim Thermalbad geht.

Die Wanderer folgten dem ebenen Weg bis zum Spielplatz oberhalb der Terrassen- Häuser am Forst. Hier angekommen wurde gerastet. Gerne hätte man länger die dort eingeplante Mittagspause verlängert, das sonnige, frühlingshafte Wetter lud dazu ein, doch ein aufkommender und frischer Wind machte das Sitzen ungemütlich. Es war Wandern angesagt und so machten sich die Leute bald wieder gut gelaunt auf den Weg. Beim "Garten der Stille" wurde dann nach einem Marsch von 30 Minuten der Dettinger Ortsteil "Buchhalde" erreicht. Nach dem Passieren der Häuser öffnete sich der Blick nach rechts in das obere Wachtertal, das von dem Seizenfelsen bewacht wird und mit der Totensteige endet. Das Tal wurde durchwandert und nach einem kräftigen Anstieg war die Höhe oberhalb der Kühsteige Dettingens erreicht. Hatte man im Uracher Teil des Ermstales immer wieder Blickkontakt mit der Ruine "Hohen Urach" und dem "Runder Berg" gehabt, so war nun der malerische Ausblick auf das untere Ermstal, mit seinen Steilabhängen und auf Orten wie Dettingen, Neuhausen und Metzingen, möglich. Dieser Anblick konnte noch bis Ortseingang Dettingen genossen werden, denn das leicht abschüssige Gelände ist hier noch unverbaut und zu dieser Jahreszeit tragen die Bäume noch kein Laub. Am Platz vor dem Bürger Haus (Ortsmitte von Dettingen) wurde vom Wanderführer an die blutigen Ereignisse der vergangenen Geschichte von Dettingen erinnert, in welcher die Bevölkerung oft zwischen die Reibereien der umliegenden Machthaber geriet, ihr Leben ließ oder durch Brandschatzung alles verlor. Beim Anblick des schönen Ortskerns rund um den Platz war das Morden und Brandschatzen bald vergessen. Über die Erms und dann weiter entlang des Flusses ging es nur im Tal durch Obstbaum- und Gartenanlagen. Der Rad-/Wanderweg in Richtung Metzingen- Neuhausen, auf dem die letzte Wegstrecke der Wanderung verlief, wurde bei diesen Frühlingstemperaturen von vielen Ausflüglern benutzt. Für viele Familien mit Kindern ist der Spaziergang auf dem befestigten Weg unterhalb der Weinberge sonntags beliebt. Nach beinahe 12 km Wanderung war die Wanderung in Neuhausen zu Ende. Nach einer abschließenden Einkehr, bei der dem Wanderführer Auftaktwanderung gedankt wurde, konnte die Rückfahrt wieder mit Zug und Bus nach Betzingen angetreten werden.


© Albverein Betzingen 24.01.2007