Busreise nach Prag vom 11.-15.07.2007
Bericht: Ludwig Beck
Betzinger Albverein in Prag
Auf der Reise nach Prag wurde der erste Zwischenaufenthalt zu einer Stadtbesichtigung in Nürnberg genutzt. Eine Stadtführerin zeigte bei der Rundfahrt die markantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und wir erfuhren viel über die Geschichte ab 1045 bis Ende 1945.
Beim Rundgang durch den Burghof erfuhren wir die Geschichte der Burg. Beim Stadtrundgang über den Marktplatz sahen wir die Frauenkirche mit dem Glockenspiel, den berühmten "schönen Brunnen", den Zusammenfluss von Regnitz und Pegnitz, den Henkersteg, das "Heilig-Kreuz-Spital", die St.-Lorenz-Kirche mit ihrer 10,28 m Durchmesser großen Maßwerkrosette und noch viel anderes.
Der erste Tag in Prag: Die örtliche Reiseführerin stellte ihr Land und die Stadt Prag vor. 10% der Bevölkerung, rund eine Million, wohnt in Prag. Die Stadt wurde 1348 durch Karl IV gegründet. 1784 schlossen sich vier selbständige Stadtteile, die auf sieben Hügeln verteilt sind, zu der großen Stadt Prag zusammen. Ab 1400 bis 1918 hatten die Habsburger im Land das Sagen. Bei der Stadtrundfahrt kamen wir am größten Stadion der Welt vorbei, Fassungsvermögen 220.000 Zuschauer! Die Ausmaße sind gewaltig. Mit dem Bus erreichten wir die Burg. Sie ist die größte bewohnte Burg von Europa. 27 ha Fläche, mehrere Klöster, Regierungssitz, Königsgarten, mehrere Burghöfe. Das alles überragende Bauwerk ist die St.-Veit-Kathedrale. Sie beeindruckte die Besucher mit ihrem 38 m hohen Kirchenschiff, die harmonische Vielfalt aus Gotik, Renaissance, Barock und Neugotik. 600 Jahre arbeiteten hier die besten Architekten.
Die drei Heiligen St. Veit, Wenzel und Nepomuk sind in der Kathedrale beigesetzt. Über einen Treppenabgang kamen wir zum Wallgraben und blickten hinüber zum berühmten Fenstersturz anno 1618. Auf die Geschichtsdaten muss in dem Bericht verzichtet werden. Die Aussicht auf die Stadt ist einmalig! Die mehr als 100 Türme, die Palastanlagen mit den neuen Ziegeln auf allen Dächern, die hellen Fassaden, die Stadt strahlt in neuem Glanz! Der Gang durch das "goldene Gässchen", vorbei an vielen berühmten Häusern bis zur Karlsbrücke war ein Erlebnis. Die Karlsbrücke 516m lang. Auf 18 Bögen überspannt sie die Moldau und das seit 1357! Mit dem heiligen Nepomuk in der Mitte zieren 30 weitere Statuen die Brücke.
Beim Gang durch die Stadt verweilten wir am Altstädter Rathaus mit seiner astronomischen Uhr. Vorbei an prächtigen Häusern erreichten wir den Wenzelsplatz. In der Welt bekannt durch die Fernsehübertragung im November 1989, wo 100.000 Prager für ihre Freiheit friedlich demonstrierten. Der Platz ist 750 m lang, 60 m breit, umsäumt von schönen Häusern, erbaut im Jugendstil.
Am Freitagmorgen ging die Fahrt nach Marien- und Karlsbad. Wir fuhren durch ehemaliges sozialistisches Land. Die Getreidefelder waren riesig. Auf dem Land war der Aufschwung noch nicht zu sehen.
Marienbad hat 25.000 Einwohner, sieben Heilquellen mit 73 Grad Celsius. Die Kolonaden erstrahlen in neuem Glanz. Alter Baumbestand, schöne Grünanlagen machen einen einladenden Eindruck. Karlsbad hat 30.000 Einwohner. Seit dem Mittelalter ist die Heilwirkung des Wassers bekannt. 14 Quellen mit 85 Grad Celsius sind vorhanden. In einem Pavillon ist eine Quelle gefasst und erzeugt eine 16 m hohe Fontäne.
In mondänen Hotels kann man sich verwöhnen lassen. Viele Schmuck-, Uhren- und Porzellanläden laden zum Bummeln und Kaufen ein. In den gemütlichen Cafes und Gaststätten kann man sich erholen. Am Abend besuchten mehrere Reiseteilnehmer nochmals die Prager Altstadt. Ein Menschengewühl, überall volle Gartenwirtschaften, Musik, die Beleuchtung der historischen Gebäude, der Blick von der Karlsbrücke über die Moldau zur angestrahlten Burganlage war fantastisch.
Am Samstagmorgen ging die Fahrt zur Burg Karlstein. Nach einem kurzen Aufstieg standen wir in dem historischen Burghof. 1348 veranlasste Karl IV den Bau der Burg. Sie wurde als sicherer Aufbewahrungsort der Reichskrönungskleinodien und Heiligenreliquien errichtet. Bei der Besichtigung wurde die Geschichte von der Burg und Böhmen ausführlich erklärt. Am Nachmittag schloss sich eine Bootsfahrt auf der Moldau an. Wir konnten nochmals in gemütlicher Atmosphäre das herrliche Panorama der Stadt erleben.
Sonntag - Heimreise. Zwischenstopp in der Brauerei in Pilsen. Bei der Besichtigung sahen wir mehrere vollautomatische Abfüllanlagen. Bis 1992 war es eine Staatsbrauerei, 1992 wurde sie an eine südafrikanische Gesellschaft veräußert, 1999 wurde die Brauerei an einen amerikanischen Investor verkauft. Personalbestand von 1992 ca. 3.200 Mitarbeiter, heute ca. 1.200. Nach einem zünftigen Mittagessen wurde die Heimreise angetreten.
Es waren fünf schöne, informative und erlebnisreiche Tage, organisiert von Hilde Brucklacher. Alle Teilnehmer waren begeistert! Nochmals ein herzliches Dankeschön.
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