"Extra wandern" auf der Mittleren Alb
April - Oktober 2006
| Berichte: | Giselheid Moser (1. Etappe) |
| Rolf Marstaller (2. - 7. Etappe) |
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| 5. Etappe | 6. Etappe | 7. Etappe |
| © Albverein Betzingen |
Auftaktswanderung der Extrawanderer
Im Bereich Lenninger Tal
Am Mittwoch, den 12. April 2006 war es wieder soweit, dass das Wanderjahr der Extra-Wanderer begann. Vierzehn Wanderer hatten sich, trotz Nieselregen eingefunden. Trotzdem war die Stimmung gut und es konnte losgehen.
In Fahrgemeinschaften fuhr man nach Oberlenningen, wo die Fahrzeuge geparkt wurden. Die Wanderung begann gleich mit einem ordentlichen Anstieg auf die Alb. Von halber Höhe hatte man einen schönen Blick über Oberlenningen und seine Umgebung. Der Wanderführer Werner Schmidt hatte sich, wie immer, gut vorbereitet und konnte somit einiges über den Ort und seine Geschichte berichten.
Oberlenningen (einst Lendingen) besteht aus 7 Ortsteilen und wurde bereits 1100 urkundlich erwähnt. Einst gehörte der Ort dem Adel der Herren von Lendingen. Im Jahr 1386 wurde Oberlenningen württembergisch. Sieht man von oben auf den Ort, fällt einem die Martinskirche, eine im 11/13 Jahrhundert erbaute Säulenbasilika auf. In ihrer Nähe steht das dreigeschossiger Schlösschen im Renaissancestil mit Fachwerk, das heute das Papier- und Buchkunstmuseum beherbergt. Auch die Industrie hatte sich schon früh im Lenninger Tal angesiedelt, wie hier die Papierfabrik Scheufelen. Im Jahre 1855 übernahm Karl Wilhelm Scheufelen die Papiermühle und seither ist sie noch immer im Familienbesitz. In den Fünfzigerjahren gründete diese Firma für ihre Arbeiter die Siedlung Hochwang und war wohl der größte Arbeitgeber in der Gegend. Heute wird hier hauptsächlich hochwertiges Kunstdruckpapier hergestellt.
Nach langem Schauen ging es weiter durch ca. 25 cm hohen Schnee bergan zur Ruine Wielandstein. Der Weg war bei diesen Witterungsverhältnissen etwas schwierig, doch machbar. Auf dem Wielandstein saßen um 1340 die teckischen Dienstleute "von Wielandstein". Als die Burg 1386 württembergisch wurde, waren es die Lehenleute "Freyberg" und später um 1416 und ab 1478 lebte Burg ein Geschlecht namens Schilling. Während der Vertreibung des Herzog Ulrichs schenkte Österreich 1532 das Lehensgut widerrechtlich der Familie Schilling. Diese verkaufte später die verfallene Burg an die Oberlenninger, die sie als Baumaterial verwendeten. Die Reste der Burg, die in einem Felsen eingebaut war, sieht bei Schnee und in mitten kahler Bäume sehr imposant aus.
Der weitere Weg führte durch Wald und über eine Hochfläche nach Krebsstein.Vom Wasserfelsen hatte man einen herrlichen Blick nach Gutenberg und über das Lenninger Tal hinüber zum nächsten Bergrücken. Auf halber Höhe bergab besuchte man die Gutenberger Höhle. Diese wurde 1889/1890 vom Pfarrer und Höhlenforscher Karl Gußman entdeckt. Die gesamte Höhle ist ca. 400 m lang und besteht aus 6 Hallen, doch nur der Vorraum, das Heppenloch, ist zugänglich. Hier wurde die Mittagsrast eingelegt, etwas feucht aber doch nicht ganz im Freien. Erstaunlich sind die Funde, zum Teil aus der Jungsteinzeit (5000 - 1800 v. Chr.) und aus der Hallstattzeit (800 - 400 v. Chr.).
Der weitere Abstieg war etwas abenteuerlich, denn im Schnee war der schmale Weg schlecht zu finden. Man durchquerte den Ort Gutenberg und wanderte weiter nach Schlattstall. Hier gibt es eine Besonderheit, nämlich das Goldloch. Eine wasserführende Höhle im Berg ergießt sich als Ursprung der schwarzen Lauter durch ein Felsenloch zu Tal. Nach einer kurzen Kaffeepause in Schlattstall ging es zurück nach Oberlenningen. Zum Abendessen kehrte man noch in Grafenberg ein. Im Namen aller bedankte sich Ludwig Beck bei dem Wanderführer Werner Schmidt für diese schöne Wanderung. Seitenanfang
"Extra-Wandern" AV Betzingen zwischen Herrlingen und NSG Heiden
In Fahrgemeinschaften fuhren 30 "Extra - Wanderer" des Albverein Betzingen auf die Alb um den dort erst beginnenden Frühling zu erwandern. Ausgangspunkt der Wanderung war Hirrlingen, eine Teilgemeinde von Blaustein, die erst durch die mittelalterlichen Burganlagen ab 1484 entstand. Die Kirche im klassizistischen Stil wurde 1516 erbaut und war seit 1530 im Deutschherrenorden. Im ummauerten Friedhof sind das Grab und die Gedenkstätte von Generalfeldmarschall Erwin Rommel (1891 - 1944), dem die Wanderer einen kurzen Besuch abstatteten. Ein Grenzstein von 1686 beim "Kreuz" zeugt noch von der Trennung zwischen Württemberg und Ulm.
Entlang der Lauter, unterhalb von Schloss Oberherrlingen führte der Wanderweg zur nächsten Sehenswürdigkeit, der kleinen Gemeinde Lautern (heute 40 Einwohner). Erstmals 1225 erwähnt kam Lautern nach mehrmaligem Besitzerwechsel mit seinen 4 Mühlen im Jahr 1516 zum Kloster Blaubeuren. In der Kirche befindet sich ein Hochaltar der Ulmer Schule von 1509, dieser wurde 1877 zur Restaurierung nach Wien gegeben, seither sind die Altarflügel verschollen. Neue Flügel wurden 1896 von Fraidel erstellt. Taufbecken, Tabernakel und Chorgestühl sind in der heute evangelischen Kirche noch aus dem 16. Jahrhundert. Der Turm ist romanisch.
An der Quelle der hier entspringenden Lauter befindet sich ein altes Pumpwerk, welches zwischenzeitlich ein sehenswertes technisches Baudenkmal ist. Die ehemalige Burg Lauterstein wurde im 30jährigen Krieg zerstört.
Nach Besichtigung der Kirche und des Pumpwerkes ging es weiter in dem schwach ansteigenden und lang gestreckten Lautertal, ein Trockental das nur selten Wasser führt. Die rechts und links immer wieder wie von Riesenhand verteilten Felsen (Hoher Fels) und der karge Bewuchs der Wiesen mit Wacholder erinnerte immer wieder an ähnliche Stellen, die ja das Bild der Schwäbischen Alb kennzeichnet. An der Trennung zwischen Lautertal und "Langestal", welches anschließend durchwandert wurde, befindet sich der "Hübscher Stein", ein dreieckiger Gemarkungsstein aus dem späten Mittelalter, verschiedenen Wappen sind darauf abgebildet. Am Ende des langen Tales, auf der Heide, endete die etwa 19 km lange Wanderung. Hier hatte man auf dem Parkplatz schon bei der Hinfahrt vorsorglich Fahrzeuge abgestellt, die eine rasche Umsetzung nach Herrlingen ermöglichten.
Beim abschließenden Ausklang in Metzingen - Neuhausen bedankte sich der 2. Vorsitzende Ludwig Beck bei dem Wanderführer Werner Schmid nicht nur für die herrliche Wanderung, die ja immer wieder einen anderen Einblick in die Schönheit unserer Heimat gibt, sondern auch für das Organisieren und für die glückliche Hand bei der Wettervorhersage. Seitenanfang
7 Naturschutzgebiete um Eglingen erwandert
"Alleine währe ich hier nie hingekommen!", der Ausspruch eines Mitwanderers brachte es auf den Punkt. 23 Extra-Wanderer des Albverein Ortsgruppe Betzingen bei einer Wanderung Rund um Eglingen hörten den Ausspruch an diesem Tag mehrmals.
Die Albgemeinde Eglingen wurde im Jahr 904 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Das Schicksal vieler Dörfer auf der Alb wurde auch dem Dorf Eglingen immer wieder durch Wasserknappheit und die vielen Besitzerwechsel (Aufhebung der Leibeigenschaft erst 1817) zum Verhängnis. Erst nach 1805 viel der ritterschaftliche Ort an Württemberg und damit an das Oberamt Zwiefalten.
8.00 Uhr war Abfahrt an der Julius-Kemmler-Halle. Durch die Mitfahrregelung, die schon seit Jahren praktiziert wird, konnten mit wenig Aufwand alle Wanderer in kurzer Zeit am Wanderparkplatz Ringelesberg aussteigen und die PKW abgestellt werden. Über das Naturschutzgebiet Blasenberg, vorbei am Galgenberg führte zunächst Wanderführer Werner Schmidt zum Naturschutzgebiet Krähberg, wegen dem Kreuzweg und der oben stehenden Kapelle, auch Kapellenberg genannt. Als Besonderheit wurde auf die Hinterglasmalerei an den einzelnen Kreuzwegstationen hingewiesen, die von Schülern aus Eglingen gemalt und gestaltet sind. An der Kapelle selbst ist ein schöner Ausblick über die Alb.
In Margeritenweiß, Glockenblumenblau, Klee- und Erspasettenrot waren immer wieder blühende Wiesen zu bestaunen, die den Weg, über die Naturschutzgebiete "Steinbuckel" und "Geißberg" bis hin zum Mittagsrastplatz am "Herrendorf", säumten. An den kargen Naturschutzflächen, in denen Säulenwacholder, gelber Enzian und heimische Orchideen vorkommen, konnte sich jeder der Naturfreunde begeistern.
Am Spiel- und Rastplatz Herrendorf wurde mitgebrachtes aus dem Rucksack verzehrt. Der strahlende Frühsommertag mit Temperaturen um 30° hatte die Wanderer aber auch recht durstig gemacht, sodass auch die Getränke an dem schattigen Plätzchen reichlich genossen wurden.
Nach angemessener Stärkung und Pause führte der Wanderweg durch Wald und Wiese über die Naturschutzgebiete "Hüttenstuhlburren" und "Eichholz" in das Brunnental nach Wasserstetten, von hier wieder hinauf zu der Ruine "Blankenstein". Der mächtige Bergfried der Herren von Blankenstein, wurde im selben Zeitabschnitt über dem Lautertal errichtet wie die Befestigungen der konkurrierenden Freiherren von Gundelfingen. Den Höhepunkt ihrer Macht hatten die Herren von Blankenstein im 12. und Anfang 13. Jahrhundert verloren aber bei Auseinandersetzungen zwischen dem Staufer Kaiser Friedrich II. und seinem Sohn Heinrich einen Teil ihres Besitzes. Doch ganz ohne Ehrgeiz und Gegenwehr gaben die stolzen Blankensteiner ihren Einfluss im Lautertal nicht auf. Mit zahlreichen Händeln und Überfällen haben sie sich gegen die in das Tal drängenden Grafen von Württemberg gewehrt. Es war ein Kampf David gegen Goliath. 1320 wurde der gesamte Besitz an den Grafen Eberhard I. von Württemberg abgetreten.
Von den Wanderern war bisher noch niemand an der Ruine gewesen, obwohl sie noch im Landkreis Reutlingen liegt und die Blankensteiner in einem Lied besungen werden. Das letzte Stück der Wanderung bis zum Parkplatz am Naturschutzgebiet "Ringelesberg" war nun nicht mehr weit, doch jeder war froh, bei dieser Wärme, das Ziel erreicht zu haben. Ein großes Lob für die schön ausgesuchte Wanderung wurde dem Wanderführer Werner Schmidt beim gemeinsamen Abschluss in Eningen durch Ludwig Beck ausgesprochen. Seitenanfang
Von Zwiefalten nach Oberstetten
Wieder war der 2. Mittwoch im Monat und 13 Extra-Wanderer machten sich auf, um diesmal die Alb zwischen Zwiefalten und Oberstetten zu erwandern.
Der Wanderparkplatz Tobelstraße nahe dem Münster Zwiefalten wurde von Wanderführer Werner Schmid als Ausgangsort gewählt. Wolkenloser Himmel lockte die kleine Gruppe (erst wurde noch ein kleiner Umtrunk von einem mitwandernden Geburtstagskind spendiert) in den Münsterhof, um hier an den beiden fischreichen Flüssen "Zwiefalter Ach und Kesselbachaach" etwas über die Entstehung Zwiefaltens zu erfahren.
Erstmals im Jahr 904 erwähnt kam Zwiefalten 1050 in den Besitz der Achalm-Grafen bei Reutlingen. Kuno und Luitold, beeinflusst durch Abt Wilhelm von Hirsau, ließen ein Benediktinerkloster gründen, in dem auch eine Grablege für sie und ihre Nachkommen sein sollte. Ursprünglich war Altenburg für eine Klostergründung ausgesucht worden, kam aber dann wegen Wassermangel nicht mehr in Frage. Die meisten Hochadelsfamilien auf der Alb haben durch bedeutende Besitzübertragungen den Einfluss des Klosters vergrößert. Zwiefalten war über 700 Jahre ein Machtfaktor auf der Mittleren Alb.
Flussaufwärts, vorbei an der kleinen Teilgemeinde Goßenzugen, auf einem bequemem Wanderweg, erreichte die Gruppe nun schnell die Wimsener-Höhle, die nachdem ehemaligen Ort Wimsen benannt wurde. Die Höhle ist der Achursprung und wurde zu Ehren von Friedrich I. König von Württemberg nach einem Besuch auch Friedrichshöhle genannt. Die vom Achwasser betriebene, vierstöckige Wimsener-Mühle, erbaut unter Abt Müller 1598 - 1628, wurde ca. 1925 stillgelegt und birgt heute, nach der jetzt beendeten aufwendigen Restaurierung, Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen.
Das nächste Ziel sollte Schloss Ehrenfels sein. Da sich das Schloss in Privatbesitz befindet, konnte leider die Besonderheit, ein 66 m langer von Säulen getragener Keller (Kühlschrank für das nahe gelegene Kloster), nicht besichtigt werden. Eine Abkühlung währe den Wanderern hier willkommen gewesen. An der "Hayinger Brücke" angekommen endete das Glastal. Am bekannten Wanderparkplatz, Ausgangs des Tales, hielten die Wanderer zur ausgiebigen Mittagsrast.
Das herrliche und interessante Tiefental, mit seinen bizarren Felsen und Höhlen wurde nun nach der Stärkung durchwandert. Am Wegesrand mischten sich Wälder mit Wacholderheide und eine Vielzahl von seltenen Pflanzen konnten hier bewundert werden.
Zwischenzeitlich hatte sich der Himmel bezogen und nach dem ersten Donnergrollen folgte auch bald ein kräftiges Gewitter mit Regen und Hagel. Nicht nur die Schönheit der Natur sondern auch die Gewalt der Natur wurde den kleinen Menschlein wieder bewusst. Einen trockenen Faden gab es danach nicht mehr am Leib und die Temperatur war um etliche Grad gefallen. An den Begriff der "kochenden Hasen" wurde wieder neu erinnert. Hasen wurden zwar keine gesehen, dafür aber ein umherstreunender Fuchs, der beim Nahen der Wanderer das Weite suchte.
Mit dem Oberstetter Tal war nun die letzte Teilstrecke der Wanderung erreicht. Das Gewitter war weiter gezogen und wegen der kühleren Luft war es ein angenehmes Wandern bis zum Parkplatz in Oberstetten. Seitenanfang
Rundwanderung um Upflamör
Diesmal waren der Einladung zum Extra-Wandern 28 Wanderer gefolgt. Mit Begrüßung und erklärender Einleitung wurde um 8.00 Uhr, in der bewährten Fahrgemeinschaft, vom Julius-Kemmler-Parkplatz in Betzingen, Richtung Geisingen gestartet. Nachdem am Parkplatz Eckwald in Geisingen die Fahrzeuge abgestellt waren, wurde auf gut beschilderten Albvereinswanderwegen die Rundwanderung, unter Führung von Wanderführer Werner Schmidt, begonnen. Täler, mit den wohlklingende Namen Muttenbühl (rechts und links des Wanderweges sind Grabhügel, die im Zusammenhang mit der Heuneburg stehen dürften, zu sehen), Kohltal und Waldstätter Tal erlaubten eine bequeme Begehung mit Zeit zum ausgiebigen Gesprächsaustausch. Bekanntlich folgt ein Wanderweg aber nicht nur den Tälern bergab, und dem zufolge etwas anstrengender war dann der Anstieg, der bis zum weithin sichtbaren Wasserturm am Rande der achtzig Seelengemeinde Upflamör, folgte. Durch Vermittlung über die Gemeindeverwaltung in Zwiefalten konnte der Turm mit seinen hundertneunundzwanzig Stufen erstiegen werden. Eine Aussichtskanzel erlaubte den Rundblick über die mittlere Alb bis hin zu den Alpen. Da Wolken und ferner Regen etwas von der Sicht nahmen, konnte man nur die schemenhaften Konturen der Berge erkennen.
Einladend und zur Mittagsrast bestens geeignet zeigte sich der Wandergruppe eine Grillhütte, die nur wenige Meter vom Wasserturm entfernt, gute Sitzgelegenheit bot.
Gestärkt ging es weiter in Richtung "Große Heuneburg", jedoch nicht ohne vorher an dem Bussenbergle (770 m) mit seinem 1,80m hohen Grabhügel aus der Keltenzeit, zu verweilen. Der Namensgeber Bussen (höchster Berg Oberschwabens)nur wenige Kilometer weiter konnte von hier gut gesehen werden und hat etwa dieselbe Höhe. Die Große Heuneburg ist eine dreiteilige Befestigungsanlage aus der Hallstatt-/ Keltenzeit (etwa 7./5. Jahrhundert vor Christus). Die aus Vorburg, Hauptburg und Flankenburg bestehende und weithin fasst unbekannte Anlage zeugt von der Albbesiedelung in vorchristlicher Zeit. Da die Wälle und Gräben der Burg stark bewaldet sind und eine Aussicht nicht gegeben war, verließ die Wandergruppe bald wieder das "Hallstatter" Gebiet. Nicht der Katzensteige sondern dem Weg über Ellhausen folgend erreichte man bald, diesmal an der rechten Flanke, Upflamör. Noch ein letzter Blick in Richtung Zwiefalten und der Abstieg ins Geisinger Tal wurde angetreten. Bald hatten die Wanderer die Talsohle erreicht. Leicht aufwärts, vorbei am mächtigen Felsen Burgstall, hatte man dann auch bald das Ziel der Wanderung und die abgestellten Fahrzeuge wieder in Sicht. Mitwanderer Ludwig Beck bedankte sich bei Wanderführer Werner Schmidt für die landschaftlich schöne und interessante Wanderung, bei der immerhin 18 km Natur genossen werden konnte. Seitenanfang
Auf die Limburg, um die Limburg
Limburg? Wo bitteschön ist die Limburg?
Nicht die Stadt Limburg an der Lahn und auch nicht der Limburger Hof in der Pfalz wurden von den 23 Extra-Wanderern erkundet. Nein, ganz in der Nähe von Weilheim/Teck befindet sich ein vulkanischer Bassaltpfropfen, der sich fast 200 m über seine Umgebung erhebt und einer der 350 Vulkane der Schwäbischen Alb war.
Nachdem sich die Fahrgemeinschaften gefunden hatten, fuhr man mit dem Auto von Betzingen zum Freibadparkplatz in Weilheim. Schon unterwegs bei der Anfahrt fiel einem die steile Erhebung auf, die zwar markant aber im Allgemeinen nicht bekannt ist. Auf der ehemaligen Burg angekommen war der mühevolle Anstieg vergessen, ein Ausblick der sich von hier bot, war nur mit Schweiß zu bezahlen und deshalb so wertvoll. Nicht von ungefähr war die Limburg in ihrer wechselvollen Geschichte als Kultstätte und in der Jungsteinzeit als Wohnstätte beliebt. Auch die Kelten waren hier ansässig. Mit Berthold I. vom Breisgau beginnt aber die eigentliche Geschichte um die Limburg, erbaut von 1050 bis 1070. Ermöglicht durch die Einheirat in ein Schwäbisches Adelsgeschlecht war der Zähringer Berthold I. als Reichsfürst Besitzer von zahlreichen Burgen und Herrscher über viele Ortschaften geworden. Durch den Bau der Teck verliert um 1150 die Limburg an Bedeutung und wird aufgegeben, zumal die Zähringer, als Gründer der Stadt Freiburg und des Klosters St. Peter, in Baden zu Markgrafen und Großherzögen wurden.
Über herbstliche Wiesen, in denen die Frühjahresblumen mit Herbstzeitlosen gemeinsam blühen, und vorbei an Weinberganlagen führte nun Wanderführer Werner Schmid die Gruppe hinab zum Häringer Bach und wieder hinauf auf den Egenfirst zur Mittagsrast. Ein Limburger wurde aber nicht verzehrt, denn dieser währe bei den Temperaturen längst auf und davon gewesen!
Schon beginnt der Wald sich herbstlich zu färben und die ersten Waldfrüchte, die auch im Albvereinsstrauß abgebildet sind, lassen den Altweibersommer erkennen. Das Rot und Gelb der Äpfel wetteifert mit dem Blau der Zwetschgen und Trauben.
Nach angemessener Pause Aufbruch, weiter an der Domäne Häringen vorbei bevor es dann über den Erdschliff und nahe am Deutschen Haus zur höchsten Erhebung des Tages unterhalb des Boßler ging. Mit den Geräuschen der nahen Autobahn A8 in den Ohren wurden der Laubnetsfirst und anschließend die Wolfsscherre überquert, bevor dann der Abstieg nach Weilheim das Ende der Wanderung ankündigte. 18 km in Gemeinschaft und Harmonie mit Natur und Menschen durften die Wanderer wieder erleben. Nur wenig Aufwand und der Alttagstress konnte unter den Schuhsohlen vergessen werden.
Zum Abschluss der gelungenen Wanderung kehrte man auf dem Rückweg in Grafenberg ein und ließ den Tag fröhlich ausklingen.
Die Abschlusswanderung der diesjährigen Extra-Wandertouren, die unter dem Motto "Naturschutzgebiete auf der mittleren Alb sehen und erwandern" stand, findet am Mittwoch, den 04.10.2006 mit Wanderführer Werner Schmid statt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird Kilchberg angefahren und nach Besichtigung des dortigen Schlosses beginnt die Wanderung nach Betzingen, die unter anderem durch das Ehrenbachtal führt. Seitenanfang
Schloss Kilchberg und die Härten zum Abschluss
Diesmal waren die „Betzinger Extrawanderer“ mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Am Bahnhof bestieg man den Zug nach Tübingen und von dort weiter den Bus mit Fahrtziel Schloss Kilchberg. Schon die Kelten bewohnten bei Kilchberg das Neckartal davon zeugen noch die Grabstätten und Funde am Ortsrand. Das heutige Schloss weist mit seinem Ursprung zurück auf eine Anlage aus der Stauferzeit zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Mit Interesse folgten die 23 Schlossbesucher den Ausführungen von Herrn Gebauer, der sich als ehrenamtlicher und sachkundiger Führer, durch die rechtzeitige Voranmeldung gewinnen ließ.
Das Anwesen wird seit 1987 durch die Besitzerin, Christa Freifrau von Tessin, restauriert und renoviert. Der Öffentlichkeit ist das Kleinod mit seinem 5 ha großen Gelände wenig bekannt, einmal mehr wieder der Beweis, dass unsere Heimat ungeahnte Schätze hat. Die Besichtigung endete mit einer gemeinsamen Aufnahme von der Schlossherrin und den Besuchern. Durch den Ort Kilchberg führte nun anschließend Wanderführer Werner Schmid die Gruppe hinauf in Richtung Eckhof, wo man an geeigneter Stelle die Mittagsrast einlegte. Weiter ging es zum Schloss Kreßbach mit herrlichem Blick auf die Alb und dann hinab zur Bundesstraße 27. Die neu angelegte Trasse wurde unterquert bei der Einmündung des Herrenbachs in die Steinlach. Ein kurzer, heftiger Regenschauer begleitete die Wanderer das Ehrenbachtal hinauf bis nach Immenhausen, hier durfte der Schirm aber schon wieder geschlossen werden. Durch Immenhausen und weiter über die Härten, vorbei an Mähringen marschierten die Unentwegten nun nach Betzingen, wo der Abschluss der diesjährigen Extra-Wanderersaison abgeschlossen wurde. Seitenanfang