Bus-Wanderreise an die Mosel vom 09.-15.10.2006
Bericht: Egon Faber
Albverein Betzingen auf Wander - und Kulturreise.
So hatte Organisator Jürgen Pafel die einwöchige Reise an die Mosel ausgeschrieben und 47 Wanderer fanden sich zur Abfahrt am Kemmler Platz ein. Zunächst fuhr man zur Autobahn Stuttgart - Karlsruhe mit einer kurzen Rast und weiter nach Wiesbaden mit dem ersten Aufenthalt. Hier wurde die Gruppe von einer Stadtführerin erwartet. Mit dem Bus begann die Stadtrundfahrt, wobei die Führerin Wiesbaden als die Stadt mit drei Gesichtern bezeichnete. "Bundeskriminalamt - Kongresscenter - und Kurstadt mit 26 heißen Quellen". Vorbei am Kurhaus - Landesmuseum über die Wilhelmstraße fuhr man hinauf zur Griechischen Kapelle, Kreuzkuppelkirche mit fünf vergoldeten Kuppeln nach dem Vorbild russischer Kathedralen, 1847 - 55 erbaut. Nach all den vielen Eindrücken von Wiesbaden hatte man noch einige Zeit zur freien Verfügung, wobei man das Großstadtflair genoss und dem Hessischen Landtag noch einen Besuch abstattete. Weiter ging die Fahrt am Rhein entlang vorbei an seinen vielen Burgen, sowie der weltbekannten "Lorely" nach Koblenz und Mosel aufwärts über Cochem nach Enkirch, wo das Standquartier bezogen wurde. Enkirch, die Schatzkammer Rheinischen Fachwerkbaues. Erste urkundliche Erwähnung 733, Funde lassen jedoch auf eine Besiedlung bereits in der Steinzeit schließen. Enkirch gehört zu den schönsten Wandergebieten Deutschlands.
Am zweiten Tag war der Ausgangspunkt zur ersten Wanderung in Starkenburg (434 m), ein kleiner Ort oberhalb von Enkirch. Von hier wanderte die Gruppe zum Aussichtspunkt "Bismarckhütte" (415 m) mit Ausblicken auf das Moseltal und weiter auf dem Loretto-Weg zur Grevenburg, 110 Meter über Trarbach. Um 1350 erbaut und um 1687 stark befestigt. Hier bot sich den Wanderern wieder ein faszinierender Blick auf die Mosel. Nach der Mittagsrast auf der Burg ging es in Serpentinen hinunter nach Traben - Trarbach. Bis zur beginnenden Moselschifffahrt nach Bernkastel konnte man manch Sehenswertes in dem kleinen Ort entdecken. Die Fahrt mit dem Schiff flussabwärts war ein Genuß und nach Ankunft in Bernkastel hatte man Gelegenheit einen Rundgang durch "Die Stadt der Rebe und des Weines" zu machen. Es ist auch eine bedeutende Stadt, ein "Museum unter freiem Himmel". Die Schönheit alter Baukunst und die Vielfalt an Fachwerk fasziniert den Besucher. 1030 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt "Berrincastel" 1291 durch König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Nach dem Rundgang fuhr man wieder zurück ins Quartier.
Der dritte Tag brachte die Betzinger nach Trier zu einer Stadtrundfahrt, wobei auf viele Sehenswürdigkeiten hingewiesen wurde. So z.B. Hauptmarkt - Porta Nigra, Tor der römischen Stadtbefestigung, - Kaiserthermen, eine der drei größten Thermen der Antike, begonnen nach 306 unter Kaiser Konstantin; weiter Karl Marx Haus, (18. Jh.), der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus (Marxismus) wurde hier am 5.5.1818 geboren; Dom und Liebfrauenkirche. Der Dom unzweifelhaft eine der ältesten und ehrwürdigsten sakralen Bauschöpfungen des Abendlandes. Dies ist nur ein Teil der Hauptsehenswürdigkeiten von Trier. Nach der Rückfahrt und dem Abendessen war man noch zu einer kleinen Moselweinprobe eingeladen.
Der nächste Tag führte in die Vulkaneifel. Die eindruckvollste Wanderung im Gebiet der Eifelmaare, auch die "Augen der Vulkaneifel" genannt, liegen höhenversetzt in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Ausgangspunkt der Wanderung war am Denkmal von Helmuth Graf von Moltke, preußischer Generalfeldmarschall. Von hier ging die Gruppe um das Gemündener Maar (407 m) und weiter zum Weinfelder Maar (Totenmaar) 484 Meter, zurück führte der Weg am Dronketurm (560 m) dem Eifelvater Adolf Dronke anno 1902 gewiedmet, vorbei wieder zurück zum Bus. Nach einem kurzen Aufenthalt in Daun fuhr man über die deutsche Vulkanstraße zurück nach Enkirch.
Am fünften Tag ging die Fahrt über Beilstein - Pulgersmühle zum Kloster Engelport.Von 1260 bis zur Säkularisation ein Damenstift. Heute Tagungs -und Exerzitienhaus. Nach einem Kurzbesuch der Klosterkirche begann die Wanderung vorbei an der Pulgermühle und auf schönen Wanderwegen immer entlang des Flaummbaches zur Weißmühle. Von hier führte der Weg durch Mischwald über den Keltenweg nach Beilstein, "Das Dornröschen der Mosel" genannt. Wie von der Stadtführerin zu erfahren war, erlangte 1309 der Kaiserliche Hofmeister Johann von Braunshorn von Heinrich VII. das Privileg zur Gründung der Stadt, die malerisch zwischen dem Fluss und den Moselbergen liegt. Mit den reizvollen Fachwerkhäusern, dem historischen Marktplatz und den engen Gässchen ein wahrhaft sehenswertes Kleinod. Der 170 Einwohner zählende Ort steht heute unter Denkmalschutz, das aber das Jahrhunderthochwasser am 23.12.1993 nicht abhielt auf 3,90 Meter anzusteigen. Nach all den vielen Eindrücken fuhr man wieder zurück ins Quartier.
Am vorletzten Tag der Wander- und Kulturreise stand eine Stadtbesichtigung von Koblenz auf dem Programm. Jedoch zuvor fuhr man Mosel abwärts nach Moselkern, dem Ausgangspunkt einer kleinen Wanderung, die über die Ringelsteiner Mühle am Elzbach entlang zur Burg Eltz mit Burgführung, führte. Sie liegt völlig einsam, umgeben von bewaldeten Hügel und auf drei Seiten vom Elsbach umflossen auf einem elliptischen bis 70 Meter hohen Felskopf. Die Burg wurde im 12. Jh. erbaut und befindet sich heute noch im Besitz derer von Eltz, eine der ältesten Adelsfamilien Deutschlands. Zurück zum Bus fuhr man weiter nach Koblenz und von dort hinauf zur Festung "Ehrenbreitstein".120 Meter hoch über Rhein und Mosel gelegen. Bei einer anschließend geführten Stadtbesichtigung von Koblenz erfuhr man einiges mehr über die Stadt am "Deutschen Eck".
Am 7. Tag hieß es Abschied nehmen von der Mosel. Man fuhr zunächst über die Hundsrück - Höhenstraße nach Ida - Oberstein, die Stadt der Edelsteine am Südfuß des Idarwaldes. Nach einem kurzen Stadtbummel ging die Fahrt weiter nach Bad Dürkheim zur Kaffeepause. Hier befindet sich das weltgrößte Weinfass. Über Karlsruhe - Stuttgart landeten Ausflügler wieder sicher in Betzingen. Nochmals ein großes Lob und einen herzlichen Dank an den Organisator Jürgen Pafel.
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