Buswanderreise Franz. Alpen "Haute Savoie" vom 25.06.-02.07.2005
Bericht: Giselheit Moser
Wanderausfahrt - Haute Savoie/Frankreich -
Für eine Woche hatte sich der Schwäbische Albverein Betzingen vorgenommen einen Teil der franz. Alpen zu durchwandern.
Pünktlich, wie immer, startete man am 25.6.05 vom Kemmler Platz, nachdem eine fröhliche Gruppe von 36 Teilnehmern unter der Leitung von Dieter Schaber im Bus Platz genommen hatte. Die Anreise verlief glatt, sodass man gut voran kam, über die A 81 nach Schaffhausen und weiter nach Süden an den Genfer See, den man bei Vevey erreichte. Ein herrlicher Blick über den See erfreute die Reisenden, im Vordergrund das Schloss Chillon, und gegenüber des Sees bereits die schneebedeckten Bergen. Am See entlang ging die Route nach Osten, man überquerte die Rhone und erreichte so die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Hier fuhr der Bus durch beschauliche Orte mit einer überschwänglichen Blumenpracht. In dem kleinen Ort Yvoire schlenderte man zwischen alten Gassen, Häusern und Torbögen, die alle mit reichlich Blumen geschmückt waren. Ab hier ging es nach Süden in die Berge und später durch eine Schlucht zum Zielort St. Jean de Sixt. Die Ferienanlage Forgeassoud nahm die Gruppe in ihrem großzügigem Hotel freundlich auf. Auf der Terrasse genoss man am Abend die Ruhe und den Blick auf das Aravis-Gebirge.
Die erste Wanderung führte die Gruppe per Bus zum Col de la Colombière, bekannt durch die Tour de France, und ab der Passhöhe begann der Aufstieg zum Lac de Peyre. Eine herrliche Bergwelt zeigte sich mit der ganzen Bergblumenpracht des Frühsommers. Außerdem konnte man da oben Gämsen und Steinböcke beobachten. Es fiel schwer sich von diesem kleinen Bergsee mit seiner wunderschönen Umgebung zu trennen. Schon am ersten Tag fiel einem auf, wie viele Paraglider in den franz. Alpen zu sehen sind. Nachmittags besuchte man den Lac de la Confine und das hübsche Städtchen la Clusaz. Nach dem Abendessen waren einige Teilnehmer eifrig dabei ein Bouleturnier auszutragen.
Am zweiten Tag stand eine Ganztagestour mit einheimischer Führerin auf dem Programm, und zwar auf dem Plateau des Glières. . Hier begann die Wanderung, zuerst über das Plateau, ein sehr beliebtes Langlaufgebiet, und später stieg man ca. 400 m bergan. Auch hier begeisterte diese unendliche Blumenpracht, allem voran der gelbe Enzian, der die ganze Anhöhe bedeckt. Das schöne am Bergwandern ist, dass man je höher man steigt, immer mehr Gipfel sieht, so nimmt man das bisschen Anstrengung gern in Kauf. Der Rückweg führte über schmale Pfade durch Stein und Moor wieder zum Plateau. Hier war während des zweiten Weltkrieges das Zentrum der Résistance, die hier ein Denkmal errichtet hat.
Der dritte Tag brachte für die Teilnehmer einen der Höhepunkte, denn es ging in das Mont- Blanc Gebiet. Die Fahrt führte über la Clusaz zum Col des Aravis und weiter über St. Gervais les-Bains nach Chamonix und per Kabinenbahn in 2 Etappen auf den Brévent. Hier auf 2525 m Höhe, genau dem Mont-Blanc gegenüber, hatte man eine herrliche Sicht auf die 4807 m hohen Eisflanken mit seinen berühmten drei Gletschern sowie seinen Nachbarn Aiguille du Midi, Dent du Géant, les Grand Jorasses und viele andere. Die Bergwelt, bei bestem Sonnenschein ohne jede Wolke, war sehr beeindruckend. Nun ging es per Kabinenbahn wieder zurück bis zur Mittelstation und ab da auf einem wunderschönen Panoramaweg zur Bergbahnstation Flégère. Hier nahm man wieder den Lift nach Chamonix. Natürlich folgte nun ein Bummel durch diese schöne alte Gebirgsstadt. Was für ein Tag!
Für den vierten Tag war eine Halbtageswanderung geplant, die mit einer kurzen Busfahrt zum Col de la Croix-Fry begann. Die Rundwanderung, genannt "Beauregard" war wirklich sehenswert. Sie führte zuerst bergauf zu einem Grat, von wo aus man einen weiten Blick über Almen mit diversen Hütten bis zum Aravisgebirge hatte. Beim Abstieg wurde man von einem kleinen Regenschauer überrascht, sodass auch mal die Regensachen zum Einsatz kamen. Doch nach wenigen Minuten schien wieder die Sonne. Nach dem Mittagessen war noch eine kleine Wanderung oberhalb la Clusaz angeboten. Am Abend freute man sich wieder über die Akkordeonmusik, dargeboten von Wilhelm Schmid, der man gern zuhörte und fleißig mitsang. Diesmal wurden auch einige Sketche und Gedichte vorgetragen. So ein bunter Abend macht jedem Spaß.
Auch der fünfte Wandertag hatte eine Besonderheit, nämlich der Geburtstag einer Wanderfreundin, den man mit Sekt in freier Natur feierte. Danach ging es frohgemut durch eine schöne Almenlandschaft hinauf zum Col de Jaillet auf 1723 m Höhe. Einem Teil der Wanderer war dies jedoch nicht genug und sie stiegen weitere 300 Höhenmeter hinauf zu einem Gipfel. Den Abstieg ging man ganz gemütlich an. An diesem Abend kam eine einheimische Trachtengruppe, die schwungvolle Tänze aufführte und mit reichlich Beifall belohnt wurde.
Am vorletzten Tag war ein Besuch in dem schönen Annecy angesagt. Mit dem Bus war es nur eine kurze Fahrt bis man Stadt und See erreichte. Diese bekannte schöne Altstadt hat ihren ganz besonderen Reiz. Zudem war gerade Markttag, was den Aufenthalt noch interessanter machte. Man kam vorbei am Denkmal des F. de Sales, dem Ordensgründer der später heilig gesprochen wurde, und besuchte das Château, hoch über der Stadt. Man schlenderte vergnügt durch die engen Gassen, wo nach jeder Abbiegung neue Perspektiven auftauchten. Am Nachmittag hatte man die Gelegenheit den schönen Ort Thones zu besuchen um weitere Eindrücke des französischen Flair auf sich wirken zu lassen.
Leider war am nächsten Tag bereits die Abreise festgesetzt. Nach einer herzlichen Verabschiedung von der Hotelleiterin, bestieg man den Bus für die Heimfahrt. Die Route führte über Bonneville nach Genf und diesmal umrundete man den westlichen Teil des Sees, über Lausanne nach Vevey. Hier verließ ihn um gen Norden die Schweiz zu durchqueren. Nach Schaffhausen ging es wieder über die A 81 zurück, um am Spätnachmittag wohlbehalten in Betzingen einzutreffen.
Ein ganz herzliches Dankeschön für die Organisation dieser gelungen Ausfahrt wurde dem Reiseleiter Dieter Schaber und seiner Ehefrau ausgesprochen. Gleichfalls bedankte man sich bei Wilhelm Schmid für die musikalische Unterhaltung, die sehr zur guten Stimmung beigetragen hat.
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