Vom Schönbuch zum Nordschwarzwald
April - Oktober 2005
| Berichte: | Werner Schmidt (1. Etappe) |
| Ludwig Beck (2. Etappe) | |
| Rolf Marstaller (3. Etappe) | |
| Giselheid Moser (4. Etappe) | |
| Egon Faber (5. - 7. Etappe) |
| 1. Etappe | 2. Etappe | 3. Etappe | 4. Etappe |
| 5. Etappe | 6. Etappe | 7. Etappe |
| © Albverein Betzingen |
Im Wald der Mönche und des Adels. Extra-Wanderer des AV Betzingen auf dem HW 5 unterwegs.
Die erste Etappe auf dem HW 5 führte 31 Wanderer des Albvereins Betzingen von Unterjesingen durch den Schönbuch zum Einsiedel. Durch die Weinberge ging es rasch aufwärts zur Traufkante aus Stubensandstein. Von dort bot sich der Gruppe ein schöner Ausblick auf das Ammertal und die Wurmlinger Kapelle. Durch das Weideland des Hofguts Roseck, wo einst das Kloster Bebenhausen einen Pflegehof unterhielt, erreichten wir den Naturpark Schönbuch.
Mit ca. 15 600 Hektar ist er zwar der kleinste Naturpark in Deutschland, aber immerhin so groß wie das Fürstentum Liechtenstein. In früheren Zeiten war er wichtiger Holzlieferant für die Köhler und Glashütten. Auch die Waldweide, das Streu und das Brennholz war wichtig für die umliegenden Gemeinden, die sich für diese Nutzungen zu einer Marktgenossenschaft, den Schönbuchgenossen, zusammengeschlossen hatten. Als letztes Mitglied trat 1310 die Stadt Reutlingen der Genossenschaft bei.
Auf einem steilen Waldpfad ging es auf dem sogenannten "Albvereinsweg" hinunter ins Arenbachtal zum Rastplatz "Becklesgarten" mit Hütte, der nach dem Herrenberger Waldmeister Beckle benannt ist. Hier endete eins die jährliche Waldumgehung der Herrenberger Stadträte. Nach unserer Mittagsrast wanderten wir von hier auf dem "Bebenäuser Sträßchen" zum "Geschlossenen Brunnen". Sein Wasser wurde früher nach Bebenhausen geleitet und dort verwendet.
Vom Hauffsweg, der oberhalb der gut erhaltenen Klosteranlage verläuft, hatten wir einen schönen Blick auf den denkmalgeschützten Ort mit Kloster in typischer zisterzienzischer Lage inmitten von Wald und Wiesen. Durch großzügige Schenkungen der Pfalzgrafen wurde das Kloster schnell reich. Eine zielstrebige Erwerbspolitik vergrößerte seine Besitzungen. Zur Güterverwaltung wurden in der Umgebung sechs Pflegehöfe gegründet. Auch nach seiner Auflösung verlor Bebenhausen nicht an Bedeutung. So war es einmal evangelische Klosterschule, das Jagdschloß der württembergischen Könige, der Ruhesitz König Wilhelm II. und seiner Witwe Charlotte oder der Sitz des Landtages von Württemberg-Hohenzollern, dem billigsten Landtag von Deutschland. Er kostete jeden Einwohner nur 22 Pfg. im Jahr.
Nach Bebenhausen folgten wir dem geologischen Lehrpfad, vorbei am König-Wilhelm-Stein, der zum 25 jährigen Regierungsjubiläum von den Schönbuchgemeinden und dem Schwäbischen Albverein 1916 errichtet wurde, hinauf auf den Kirnberg zum Olgahain. Dieses idyllische Stückchen Schönbuch wurde zu Ehren der Königin Olga 1870 parkartig angelegt, die diesen romantischen Waldteil sehr schätzte.
Der Schönbuch hat neben Hochflächen auch tief eingeschnittene Täler und Klingen. Das bekamen wir auf der letzten Teilstrecke zu spüren, als es vom Kirnberg hinab ins Kirnbachtal und wieder die Triebklinge hinauf nach Pfrondorf ging und wir danach das Tiefenbachtal noch queren mußten. Über den Einsiedlersteg erreichten wir schließlich nach einem schönen Wandertag den Einsiedel.
Beim traditionellen Abschluß in einem nahen Landgasthof dankte der zweite Vorsitzende Ludwig Beck dem Wanderführer Werner Schmidt für die umfangreichen geschichtlichen Ausführungen über den Schönbuch und die sichere Führung über die zum Teil nicht gekennzeichneten Wege und Pfade. Es war eine interessante Tageswanderung. Seitenanfang
Betzinger Extra-Wanderer am Schönbuchrand.
Zur Streckenwanderung Herrenberg - Entringen trafen sich 24 Wanderer. Auf der Anfahrt über Tübingen nach Herrenberg mußte man eine Umleitung durch das reizvolle Ammertal fahren. Ein liebliches Tal mit einem großen aufgelassenen, unter Naturschutz gestellten, Steinbruch bei Reusten und ein abwechslungsreiches Tal. Ein Wirt hat den Ausspruch geprägt: "Das Leben ist kein Jammertal, am wenigsten im Ammertal". Der Mann wußte von was er sprach.
Ab dem Wanderparkplatz beim Waldfriedhof Herrenberg führte der HW 5 zur Platte (555 m) durch den zart grünen Wald über den Mönchsbergsattel zum Grafenberg (661 m) bei Kay. Am Wegesrand steht ein dreieckiger Grenzstein. Aus der Kennzeichnung mit dem Krummstab und Buchstaben konnte entziffert werden, dass sich hier die Besitztümer der Klöster Gülstein, Bebenhausen und Hirsau trafen. Vom Bergsporn Grafenberg (561 m) hat man einen schönen Ausblick auf die Gäuebene mit den zur Zeit gelben Rapsfeldern. Die Sicht reichte von der Wurmlinger Kapelle über das Gäu bis zur Schwäbischen Alb. Im Vordergrund liegt u.a. auch das Gipswerk zwischen Kay und Altingen. Im Mittelalter wurde hier schon Alabastergips an die Baumeister der Schlösser verkauft. Auch Weinbau wurde hier betrieben, der Verkauf ging an die Klöster von Konstanz bis nach Speyer. Weiter ging die Wanderung über den Kayer-Sattel beim Jägergarten entlang der Kayerstraße zur Ruine Müneck, von der außer einem tiefen Burggraben nichts mehr zu sehen ist. Aber eine herrliche Aussicht ins Land lohnt sich den Bergsporn zu besuchen. Früher wohnten hier die Dienstherren der Pfalzgrafen von Tübingen. Beim weiter wandern war wieder ein interessanter Grenzstein mit Pflug und anderen Zeichen am Wegesrand. Leider konnten wir den Stein keinem Besitzer zuordnen. Weitere schöne Aussichtspunkte waren beim Schönbuchspitz, wenige Meter weiter beim Pfaffenberg und die Burg Hohen Entringen (510 m). Die ursprüngliche Burganlage Hohenentringen stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die Besitzer wechselten oft. 1417 wohnten einhundert Kinder und fünf Familien auf der Burg. Wanderführer Werner Schmidt erläuterte die Geschichte der Burg u.a. auch die Gau-Erbschaft. Das bedeutet, dass im Mittelalter verschiedene, auch nicht miteinander verwandte Familien gleichzeitig an einem Objekt (Burg) Teilhaber waren. Das wurde vertraglich geregelt durch den Burgfrieden. Weiter ging die Wanderung vorbei an Burg Roseck hinunter durch die gepflegten Streuobstwiesen nach Unterjesingen. Weiße Wolken, blauer Himmel, herrliche Aussichtspunkte, die Geschichte von den Burgen und der Landschaft und 19 Kilometer Wegstrecke. Es war eine gut vorbereitete Wanderung, nochmals vielen Dank an Wanderführer Werner Schmidt. Seitenanfang
Betzinger Extrawanderer auf dem HW5
Die dritte Etappe der Extrawanderer, von der Dollbronnerklinge nach Unterreichenbach, wurde im Aushang mit 21 km Streckenlänge angekündigt. Pünktlich um 7. 00 Uhr an der Julius-Kemmler-Halle waren 23 Wanderfreudige um den Wanderführer Werner Schmidt versammelt, um die Erklärungen über die Anfahrstrecke nach Unterreichenbach entgegen zu nehmen. Mit privat Pkw fuhr man zum Ausgangsort der Tageswanderung in den, an diesem Vormittag sonnigen, frühlingshaften Schwarzwald. Entlang an dem Fluss Würm ( Eiszeitnahme) erreichte man von der Dollbronnerklinge flussabwärts zuerst die Ruine Liebeneck. Die Reste stammen noch von einer Burg aus dem 12. Jahrhundert, die dann 1682 im Orleanischen Krieg zerstört wurde. Besitzer waren u. a. auch die Markgrafen von Baden. Nach kurzer Rast ging es weiter an der Würm zur Ortschaft Würm (327m). Würm ein Stadtteil von Pforzheim mit ca. 3000 Einwohnern war eng verbunden mit der Burg Liebeneck und teilte mit dieser oft das Schicksal in dem sie Pfand oder als Lehen dienten. Im 13. Jahrhundert begann von hier Flößerei auf der Würm und endete erst im 19. Jahrhundert durch einen Erlass. Auf dem Fluss wurden Flöße bis zu 285 m zusammengestellt und dann über Enz, Neckar und Rhein bis nach Holland transportiert.
Auf dem HW 5 geht es nun, etwas abseits der Würm, weiter bis zum Mittagsziel "Kupferhammer". Hungrig wurde hier aus dem Rucksack gevespert und Mittagspause eingelegt. Kupferhammer liegt vor Pforzheim, der ehemaligen Residenzstadt, Schmuck- und Goldstadt mit ca. 120000 Einwohnern, am Zusammenfluss von Nagold und Würm. Hier beginnen die West-, Mittel- und Ostwege, es ist das Tor zum Schwarzwald.
Nach ausgiebiger Rast, steil bergan wurde nun von den Wanderern einiges gefordert, musste man doch erst einen Höhenunterschied von ca. 150 m überwinden. Oben angekommen lohnte sich der Blick auf die Nagoldschleife bei Dillweißenstein. Nagold aufwärts, auf den Spuren der Holzhandelsgesellschaften und der Nagold-Flößer, entlang der Nagoldtalbahn und den örtlichen Holzbindeplätzen, vorbei an riesigen Tannen und Buchen führte nun der Wanderweg bis zum Endziel der Extrawanderung in Unterreichenbach.
Mit geselliger Einkehr endete die dritte Etappe. Gerd Schmitt bedankte sich im Namen der Mitwanderer bei Wanderführer Werner Schmidt für die gut ausgesuchte Wanderung. Seitenanfang
Extrawandern von der Dollbronnenklinge nach Weil der Stadt
Zur Juli-Wanderung der Extrawanderer trafen sich 22 Wanderer unter Leitung des bewährten Wanderführers Werner Schmidt am Kemmlerplatz. Das Wetter war prächtig und so ging auch gleich los mit Privat-PKW's durch den Schönbuch und vorbei an Sindelfingen nach Weil der Stadt, wo man einige Autos parkte, um mit den anderen Fahrzeugen an der Würm entlang zum Waldparkplatz an der Dollbronnerklinge zu fahren. Hier begann die Wanderung und es ging dem HW 5 folgend gleich stetig bergan. Unterwegs hatte man einen kurzen Ausblick auf die Ruine Liebeneck und weiter wanderte man durch lichten Wald nach Hamberg. Die Gruppe durchquerte den Ort und am Ortsende kam man an einem geschmackvoll gestalteten Gedenkstein zu Ehren des Hl. Wolfgang vorbei. Der Weg, als Kapellenweg ausgezeichnet, führte die Wanderer an der kleinen schlichten Waldkapelle "Maria Hilf" von 1680 vorbei und kurz danach erreichte man die Ruine Steinegg mit dem historischen Friedhof. Diese einstige Burganlage war im 12. Jahrhundert Mittelpunkt der Herrschaft "Hagenschiess". Kurz darauf kam man durch Steinegg und später an Neuhausen vorbei. Wiesen und Wald wechselten ab und zwischendurch gab es immer wieder schöne Aussichten über Tiefenbronn hinweg in's hügelige Land. Mitten im Wald machte Werner Schmidt die Wanderer auf einen längeren Graben aufmerksam der auch den Weg kreuzte. Hier war einst die Grenze zwischen Baden und Württemberg. Die Mittagsrast am Waldrand hat jeder genossen, denn der Tag war recht warm und der Schweiß floss ständig. Wald und Hochflächen mit herrlichen Blumen wurden im Wechsel durchwandert und bald konnte man schon auf Merklingen und hinter zwei Höhenrücken Weil der Stadt erblicken. Doch es zog sich dann doch noch einige Kilometer hin bis man am Galgenberg in Weil der Stadt ankam. Es war wieder eine ausgesprochen schöne Wanderung durch eine Gegend, die man sonst nicht so kennt. Nach einem gemütlichen Ausklang bei Speis und Trank bedankten sich alle ganz herzlich bei Werner Schmidt für diesen eindrucksvollen Tag. Seitenanfang
Extra Wanderer des AV Betzingen unterwegs auf dem HW 5
Ausgangspunkt zu dieser schönen Tagestour war die ehemalige kleine Reichsstadt Weil der Stadt. Wanderführer Werner Schmidt war gut vorbereitet und machte mit den 33 Wanderern eine Stadtführung. Weil der Stadt besitzt ein Stadtbild mit einem Hauch von unberührtem Mittelalter. Eine gut erhaltene Stadtmauer mit schlanken Mauertürmen und Fachwerkaufsätzen sowie ein Gewirr von steilen Dächern. Zusammen mit dem Turm der Stadtkirche ergibt es eines der altertümlichsten Städtebildern in Württemberg. Von den Staufern (Friedrich II.) gegründet, blieb sie von der 1. Hälfte des 13. Jh. bis 1803 Reichsstadt. Hier wurde u.a. Johannes Brenz 24.06.1499, lutherischer Theologe, sowie Johannes Kepler (Astronom) 27.12.1571 geboren. Sehenswert auch der Storchenturm (15. Jh.), Rathaus1669 nach dem Stadtbrand erbaut, Keplerdenkmal, Narrenbrunnen 1986 von der Narrenzunft gestiftet u.v.m.. Nach dem Ende der kleinen Stadtführung ging es zunächst über die Herrenberger Str. und Schelmenweg zum HW 5 (Hauptwanderweg Pforzheim- Großholzleute). Von hier durch den Wald "Steckental", ein Mischwald mit Buchen, Eichen und Kiefern, um den Hackstberg (499 m) mit Erholungsgebiet "Heidenreich" (Ausblicke auf Hecken- und Schlehengäu) und weiter nach Grafenau-Dätzingen. Hier wurde im Schloßhof eine Mittagsrast eingelegt. Das Schloß, ein ursprüngliches Wasserschloß, wurde 1607 von den Johannitern zur vierflügeligen Schloßanlage umgebaut, klassizistischer Säulenvorbau von Thouret 1812, der Schloßgarten 1981 nach alten Plänen wieder angelegt. Nach überqueren der Talaue der Würm beginnt in Bürschelberg die Wanderwegstrecke im Tal der Würm mit Blick auf Döffingen. Durch das Naturschutzgebiet Ried a.d. Würm war bald Aidlingen erreicht wo man den HW 5 verließ und über Teersträßchen , Wiesenwegen und zum Teil auf Schotterwegen, vorbei an der Friedenslinde, die an den deutsch - französischen Krieg 1870/71 erinnert, zum Endziel nach Gärtringen, das nach 20 Km. erreicht war, kam. Beim Abschluß des Wandertages sprach Ludwig Beck, 2. Vorsitzender des AV Betzingen, den Dank an Wanderführer Werner Schmidt aus. Seitenanfang
Die Extra-Wanderer des AV Betzingen auf dem HW 5 unterwegs.
Vom Ausgangspunkt Ehningen gingen die 24 Teilnehmer durch die Autobahnunterführung durch um danach in den nahegelegenen Wald auf einem Forstweg zur die "Ketterlenshalde"zu gelangen. Von hier machte man einen kleinen Abstecher zu dem Weiler Mauren mit Schloßanlage und Wallfahrtskirche. Mauren im oberen Würmtal zwischen Holzgerlingen und Ehningen lag einst in der Nähe einer uralten Verkehrsader, der Rheinstraße, die im Böblinger Raum von Dagersheim zum Schönbuch verlief. Die Schloßanlage auf römischen Mauerresten wurde erstmals 1320 erwähnt, 1615 abgebrochen und von Heinrich Schickhardt 1617 wieder neu aufgebaut, wechselte mehrfach den Besitzer. 1943 durch Bomben vernichtet, erhalten blieb nur das Erdgeschoß und der Rest der Parkanlage. Wanderführer Werner Schmidt hatte eine kleine Führung in der nahegelegenen ehemaligen Wallfahrtskirche St. Marien und St. Pelagius organisiert. Die malerisch gelegene Wallfahrtskirche befindet sich im Privatbesitz und bietet als Besonderheit einen Chorseitenturm mit Efeu umwachsen, gotische Portale und Maßwerkfenster, ein wertvolles Elfenbeinkruzifix und sehenswerte Grabmale. Nach dieser kurzen Führung durch Frau Kenntner-Scheible ging es zum Maurener See und weiter an dem Naturdenkmal "Sieben Eichen" (zwischen 180 - 380 Jahre alt) vorbei wieder auf den HW 5 (Hauptwanderweg - Schwarzwald - Schwäbische Alb - Allgäu) in Richtung Egelsberg (470 m). Auf angenehmen Wanderwegen kam man zur "Entenlache", einem Hochmoor mit vielen seltenen Pflanzen, und nach überqueren der K 1184 ging es über den Ludwig Schmidt Weg vorbei an einem Wildgehege und dem Naturdenkmal "Urenkeleiche" nach Mönchberg (487 m), dem Endziel der Wanderung, das nach 16 Kilometer erreicht war. Hier gab W. Schmidt noch einige Erläuterungen über den Ort. Mönchberg aus einem früheren Hirsauer Klosterhof im Weiler Obermönchberg und Untermönchberg hervorgegangen. Die Pfalzgrafen von Tübingen betrieben die Vogtei über Mönchberg bis es 1382 zu Württemberg kam. Besonders sehenswert das Fachwerkrathaus von 1824, Back und Waaghaus und zwei Brunnen. Bei der obligatorischen Einkehr gab es Dankesworte für Werner Schmidt. Seitenanfang
10 Jahre Extra-Wandern im Schwäbischen Albverein Betzingen.
Zur Jubiläumswanderung, 10 Jahre Extra-Wandern und gleichzeitig die 70. Wanderung, trafen sich 31 Wanderer am Ausgangspunkt Hepsisau (465 m). Nach der Begrüßung durch Wanderführer Werner Schmidt ging es gleich auf dem abwechslungsreichen mit blauem Dreieck markierten Albert-Hölzl-Weg in die Zipfelbachschlucht, die typische Schluchtflora und - Fauna aufweist. Der Fußpfad wurde vom Albverein gebaut und nach dem Apotheker Hölzl aus Kirchheim benannt. Die Zipfelbachschlucht wurde zusammen mit dem Randecker Maar 1982 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Zipfelbach entwässert das Randecker Maar. Er kann bei starken Regenfällen gewaltig anschwellen. So überschwemmte er 2002 Hepsisau und richtete große Schäden an Straße, Brücke und Gebäuden an. Nach einer Stunde Anstieg durch die wildromantische Schlucht erreichten die Wanderer das Randecker Maar, genannt nach der Burg Randeck auf dem Schafbuckel oberhalb der Burg Liebeneck. Es ist das in seiner ursprünglichen Form am besten erhaltene "Maar" der Schwäbischen Alb und weist eine kreisrunde Trichterform auf, die einen Durchmesser von 1,2 Kilometer hat und erreicht eine Tiefe von 60 Metern. Weiter ging es zum "Mörikefels oder Spitzer Fels", es war einer der Lieblingsplätze von Mörike während seiner Vikarzeit als Pfarrverweser in Ochsenwang, die er von 1832 bis 1833 dort verbrachte. Über den "Auchtert" (814 m), mit schönem Rundblick und Einblick in das Randecker Maar ging es über den "Pferch", die stehengebliebene Felsmasse eines um 20 Meter abgesunkenen Albtraufs, weiter zum "Breitenstein" (811 m). Ein mächtiger Weißjura - Schwammstotzen, der einen großartigen Rundblick von Erkenbrechtsweiler bis zum Reußenstein und ins weite Albvorland bietet. Auf einer Informationstafel war zu lesen über den Bannwald - dieser Wald soll sich ungestört zum "Urwald von morgen" entwickeln, er dient als wissenschaftliche Beobachtungsfläche für Urwaldforschung. Die Mittagsrast wurde bei herrlichem Sonnenschein auf dem Breitenstein eingelegt. Der weitere Weg führte zur Dieboldsburg und Engelhof und auf einem Grasweg kam die Wandergruppe zur Ruine Rauber (780 m), ursprünglich "Untere Dieboldsburg", seit 1535 Ruine. Über den Sattelbogen erfolgte ein längerer Aufstieg zur Burg Teck, erbaut 1135-1150 von dem Zähringer Herzog Berthold IV.. 1187 waren die Herzöge von Teck und 1381 die Grafen von Württemberg im Besitz der Teck. Der Titel "Herzog von der Teck" wurde 1871 erneut an den württembergischen Prinzen Franz vergeben. Seine Tochter Mary, 1953 gestorben, war die Großmutter der heutigen Königin von England. Der Abstieg von der Teck erfolgte über Serpentinen nach Bissingen und durch den "Lichsenhau" kam man nach 21 Kilometer wieder zum Ausgangspunkt Hepsisau. Bei der obligatorischen Einkehr gab es Dankesworte von Ludwig Beck, 2. Vorsitzender des AV-Betzingen, an den Wanderführer Werner Schmidt. Seitenanfang