Tageswanderung am 11.09.2005

Bericht: Egon Faber

Rundwanderung des AV-Betzingen auf der Uracher Alb.

Zur Tageswanderung hatte Wanderführer Herbert Sabel eingeladen. In Fahrgemeinschaften fuhr man nach Seeburg bei Bad Urach, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Selten ist irgendwo soviel landschaftliche Schönheit auf so engem Raum vereinigt wie hier um das Dörfchen Seeburg, das erstmals 770 erwähnt wurde. Besonders sehenswert die Pfarrkirche aus dem 8. Jh. mit Wandmalereien aus dem 14. Jh.. Kurz hinter der Kirche gab Wanderführer Herbert Sabel einige Erläuterungen über den kaum bekannten Fischbachstollen. Er ist ein etwa 400 Meter langer Verbindungsstollen zwischen dem ehemaligen "bodenlosen See" und dem Mühlkanal am nordöstlichen Ende des Dorfes. Seit 1821 ist das Seebecken leer.

Im Zuge der Gemeindereform kam Seeburg 1975 zu Bad Urach. Weiter ging es das Fischburgtal hinauf vorbei am Kapuzinerfels und auf der linken Seite dem Engelfels. Durch das Gewann "Bachhalde" unterhalb dem "Hirnkopf" (702 m) kam man auf schönen Wanderwegen nach Wittlingen (689 m), ein Stadtteil von Bad Urach. Um 1090 ist "Witilingin" in der Zwiefalter Chronik erstmals erwähnt, als Besitzer ein Burkhard von Wittlingen genannt. Um 1250 kaufte Bischof Eberhard von Konstanz Burg und Dorf und verlieh beides an Graf Ulrich von Württemberg, womit wohl auch die Ortsherrschaft an Württemberg gelangte. Nach verlassen des schmucken Dörfchen Wittlingen war das nächste Ziel die Ruine Hohenwittlingen (677 m). Vermutlich von Burkhard von Wittlingen erbaut, urkundlich 1248 erstmals genannt, seit 1251 im Besitz der Grafen von Württemberg, um 1300 eine der Hauptburgen des Grafen Eberhard I., in der Reformation Zufluchtsstätte für den Reformator Johannes Brenz (1499-1570). Dieser war auf der Flucht vor den Soldaten von Karl V.. Nach dem 30-jährigen Krieg verfiel die Burg – 1953/63 wurde die Ruine von der Forstverwaltung wieder begehbar gemacht. Von hier hat man einen prächtigen Blick ins obere Ermstal. An einem Informationsstand anläßlich des "Tag des Denkmals" gab es einige Erläuterungen über die Burg. Nach einem schönen Ausblick vom Turm ging es weiter über einen Höhenweg vorbei an der ehemaligen Burg "Baldeck", bei der es sich um eine relativ kleine Anlage handelte, deren Zentrum ein Wohnturm gewesen sein dürfte. Nach überqueren der B 465 führte der Weg auf der rechten Talseite entlang wieder zum Ausgangspunkt, der nach 16 Kilometer erreicht war. Bei der abschließenden Einkehr gab es Dankesworte für Wanderführer Herbert Sabel für diese genußreiche Wanderung.


© Albverein Betzingen 14.09.2005