Bus-Wanderfahrt ins Saarland vom 07.-11.07.2004

Bericht: Giselheit Moser

Fahrt ins Saarland mit dem Schwäbischen Albverein Betzingen

Am 7. Juli 2004 fanden sich 44 Reisende für eine Fahrt an die Saar und Umgebung mit den Hahn-Reisen pünktlich um 7.30 Uhr ein. Die Anreise verlief schnell und reibungslos über Pforzheim und Karlsruhe nach Bad Bergzabern, wo der erste Halt gemacht wurde. Dieser Kurort an der Deutschen Weinstraße ist als Kneippheilbad schon seit langer Zeit bekannt und beliebt. Der Stadtkern erinnert noch durch das Schloss, den Dicken Turm und den Storchenturm an das Mittelalter. Hier steht auch der älteste Renaissancebau der Pfalz, das heutige Gasthaus Engel, erbaut im Jahr 1556. Die schönen Blumenanlagen des Kurparks laden zu erholsamen Spaziergängen ein. Auffallend waren hier die Berghänge mit leuchtend gelbblühenden Linden und Esskastanien. Weiter ging die Fahrt durch die Pfalz nach Annweiler unter dem Trifels. Hier hatte man Zeit um zu Mittag zu essen, verweilen und zu einem Bummel durch die schöne alte Stadt mit ihren Buntsandsteinhäusern und den noch erhaltenen Mühlrädern an der Queich. Anschließend fuhr man, vorbei am Teufelstisch und weiteren typischen Felsformationen weiter nach Pirmasens, Zweibrücken, Neunkirchen ins Sankt Wendeler Land nach Bosen am Bostalsee.
Hier wurde für die nächsten Tage Quartier im "Seehotel Weingärtner" bezogen. Ein sehr schönes 4-Sterne Hotel mit allen Vorzügen die man sich denken kann.

Am nächsten Tag stand die "Saarschleife" auf dem Programm. So fuhr man über Nonnweiler, Weiskirchen und Mettlach hoch nach Orscholz um von dem Aussichtspunkt Cloef hinunter auf die Saar zu schauen. Trotz etwas Nieselregen hatte man doch eine herrliche Sicht auf die bekannt Saarschleife.
Überrascht wurde die ganze Reisegesellschaft an dieser Stelle von einem mitreisenden Geburtstagskind, das alle mit Sekt und Gebäck bewirtete.
In heiterer Stimmung ging es wieder hinab nach Mettlach um die Firma Villeroy und Boch zu besuchen. Das Museum über die Entwicklung und Herstellung der edlen Keramikstücke, von einfachen Waschbecken und Fliesen bis hin zu den schönsten und feinsten Geschirrteilen, konnte man hier bewundern. Danach wurde auch fleißig in der Stadt eingekauft. Doch ist es ein "muß", wenn man schon die Saarschleife von oben gesehen hat, dass man sie auch mit dem Schiff befährt. So bestieg man das Schiff "Mettlach" und ließ sich geruhsam durch die Schleuse und um die ganze Schleife hin und zurück fahren. Nachdem inzwischen auch wieder die Sonne schien, war es ein voller Genuss.
Am Abend hat das Hotel seine Gäste in einer zünftigen Grillhütte zu Pfälzer Schwenkbraten, Würsten und Geflügel eingeladen.

Der darauffolgende Tag brachte die Reisenden ins Nachbarland Luxemburg. Hier war eine Stadtführung gebucht. So hatte man bei einer Rundfahrt bzw. einem Rundgang die Gelegenheit viel über das Land und seine Hauptstadt zu erfahren. Das Großherzogtum Luxemburg ist zwar mit seinen 451.000 Einwohnern eines der kleinsten Länder Europas, doch in seiner Hauptstadt stehen mehr Banken als anderswo. Auch befindet sich hier die Europäische Kommission, der Europäische Gerichtshof, der Rechnungshof und diverse andere internationale Institutionen, sowie internationale Schulen für ca. 3.700 Kinder der Abgeordneten. Außerdem findet man auf den Kirchberg das Stadttheater und eine im Bau befindliche Konzerthalle mit 365 Säulen, sowie div. Sportanlagen und Messehallen. Im Gegensatz dazu ist der ursprüngliche Kern der Stadt ca. 40 – 60 m tiefer im Pfaffental, wo sich heute noch die Gebäude und die Kirche des ehemaligen Klosters Neumünster befinden. Die Gebäude wurden nach Auflösung des Klosters als Gefängnisse und jetzt in der heutigen Zeit als Konzertsäle bzw. Altersheim benützt. Vom Pfaffental geht ein Lift zur Oberstadt in der sich auch das Stadtschloss des Großherzogs befindet.
Die meisten Häuser in Luxemburg wurden nach dem großen Brand im 15. bzw. 16. Jahrhundert erbaut. Es war eine sehr interessante Stadtführung und man hätte der Dame noch länger zuhören können.
Auch die Rückfahrt führte wieder durch die liebliche, hügelige Landschaft mit viel Wald. Das Saarland hat etwa ein Drittel seiner Fläche Wald.

Der vierte Tag führte die Betzinger nach Völklingen. Diesmal stand bei der Besichtigung der Völklinger Hütte die Technik im Vordergrund. Schon von weitem sieht man die Silhouette der riesigen Anlage mit Hochöfen, Förderbändern etc. der stillgelegten Hütte, die heute zu den Weltkulturerben der UNESCO zählt. Im Jahr 1986 wurde diese Hütte geschlossen. Bis zu dieser Zeit arbeiteten hier ca. 17.000 Arbeiter rund um die Uhr. Aus jeder Völklinger Familie waren die Männer als Arbeiter in der Hütte. Heute werden den Besuchern die gigantische Anlage gezeigt, in dem man per Aufzug auf ca. 30 m Höhe fährt, um von oben den Ablauf des Materials vom Rohgestein bis zum Ausfluss des Roheisens zu sehen. Das Rohmaterial kam von Lothringen, Norwegen, Kanada und Brasilien, während das zu Stahl verarbeitete Eisen in alle Welt geliefert wurde. Ein klein bisschen Wehmut schwingt bei den Erläuterungen des Werksführer noch immer mit, wenn er von "seiner" Hütte und ihrer großen Zeit spricht.
Danach ging die Fahrt weiter nach Saarbrücken, der Hauptstadt des Saarlandes. Eine Stadt mit viel Grünflächen, einem schönen Schloss nahe der Saar gelegen und u.a. einen alten Kran, der an die frühindustrielle Zeit der Stadt erinnert. Auch der Stadtkern mit dem in Buntsandstein erbauten geräumigen Rathaus mit Glockenspiel und der in der Nähe stehenden Johanniskirche beeindrucken stark. In der Innenstadt war überall buntes Treiben, da gerade ein Fest gefeiert wurde.

Am nächsten Tag war bereits schon wieder Zeit für den Abschied und die Heimfahrt war angesagt. Doch war auch die Heimreise bei bestem Sonnenschein ein Genuss. Die Fahrt ging über die Autobahn, vorbei an Kaiserlautern durch die Pfalz nach Speyer. Hier hatte man ausreichend Zeit sich die Stadt und vor allem den alten Kaiserdom anzuschauen. Auch hier war man am Feiern und zwar das weithin bekannte Brezelfest. Davor wurde ein Stadtlauf durchgeführt, an dem Jung und Alt teilnahmen. Danach kam der große Umzug mit Herolden und Fanfarenbläsern. Alle hatten ihren Spaß, ob als Teilnehmer oder Zuschauer.
Zum Abschluss dieser überaus gelungen Kurzreise in das Saarland kehrte man in Sielmingen zum Abendessen ein. Ein herzliches Dankeschön im Namen aller Teilnehmer sprach Ludwig Beck an die Organisatorin Hilde Brucklacher aus. Auch dem Fahrer Rolf Keppler wurde für die unfallfreie, glatte Fahrweise gedankt. Jeder Mitreisende war voll zufrieden.


© Albverein Betzingen 23.07.2004