HW 3 - Schurwald April - Oktober 2003
Berichte: Egon Faber, Werner Schmidt (6. Etappe)
"Extra wandern"
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| © Albverein Betzingen |
Auftakt der "Extra-Wanderer" im Albverein Betzingen.
Auch im Jahr 2003 hat der Leiter der "Extra-Wanderer", Werner Schmidt, wieder eine Streckenwanderung ausgesucht und zwar den Einstieg in den HW 3, der von Lörrach nach Wertheim führt. Gleich 30 Wanderer fanden sich zur ersten Tour ein. In Fahrgemeinschaften fuhr man zum Einsiedel. Nach dem Umsetzen der Fahrzeuge ging es vom Parkplatz "Kelterplatz", gegenüber dem Speicherbecken, am Stausee entlang und links weg auf einem Wiesenweg zum Hofgut Einsiedel, nördlich von Kirchentellinsfurt auf einer Rodungsinsel im Schönbuch gelegen. Das Hofgut selber betreibt Getreide- und Zuckerrübenanbau auf ca. 300 Hektar Fläche. 1482 errichtete Graf Eberhard im Bart, der spätere Herzog, ein Gestüt und baute ein Jagdschloß, das seit 1929 unter Denkmalschutz steht. 1964 pachteten die Dekanate Reutlingen und Rottenburg das Schloß und richteten es zu einem katholischen Jugendhaus ein. Weiter ging es durch das Reichenbachtal und leicht ansteigend nach Rübgarten. Rübgarten ein Ortsteil von Pliezhausen wurde 1363 erstmals genannt. Hier baute Levin von Kniestedt 1710 ein Schloß. Der Weg führte weiter durch den Ort und nach überqueren der B 27 kam man nach Pliezhausen. Am Zweieichenturm wurde die Mittagspause eingelegt. Pliezhausen war einst Zentrum der Württembergischen Schornsteinbauer. Ihr Rohmaterial gewannen sie im hiesigen, unter Denkmalschutz gestellten Stubensandsteinbruch. Auf dem weiteren Weg in Richtung Altenriet hatten die Wanderer einen schönen Blick zur Schwäbischen Alb von der Achalm über den Hohen Neuffen bis zur Burg Teck. Nach überqueren des Merzenbaches kamen die "Extra-Wanderer" durch das Gewann "Hammetweil" und durch den Rainerwald nach Altenriet, bekannt durch seinen alljährlichen großen Brezelmarkt. Am Ortsrand entlang ging es zum Höllenbach und weiter nach Schlaitdorf und Aich, dem Endziel der Wanderung, das nach 19 Kilometer erreicht war. Hier nochmals ein Dankeschön an Wanderführer Werner Schmidt. Seitenanfang
Die "Extra-Wanderer vom Albverein Betzingen auf dem HW 3.
Mit einer weiteren Etappe des HW 3 begann man in Aich, Gemeinde Aichtal. Aich wurde erstmals um 1100 als Eichaha genannt, wahrscheinlich von Bachnamen übernommen, kam 1382 an Württemberg und wurde im Städtekrieg 1449 von den Reutlingern größtenteils eingeäschert. Die evangelische Kirche ist im Kern spätgotisch und wurde im 16. Jh. gebaut. Ein barocker Fachwerkbau ist das Pfarrhaus von Aich. Die 21 Wanderer unter Leitung von Werner Schmidt machten sich auf den Weg durch den Ort und nach überqueren der B 312 ging es über den Heerweg, eine ehemalige römische Militärstraße von Rottenburg nach Köngen, vorbei an einem Funkfeuer des Flughafens Echterdingen und weiter auf dem HW 3 mit schönem Blick auf Grötzingen und Harthausen. An der Friedenseiche, gepflanzt 1991 von der Albvereinsortsgruppe Neckarhausen, begann ein Wildrosenlehrpfad, bei dem auf Informationstafeln die vielen Sorten genannt wurden. Am Hochbehälter (400 Kubikmeter) der Stadt Esslingen, der Teile von Neckarhausen und Nürtingen mit Wasser versorgt, wurde eine kleine Pause eingelegt. Leider hatten die Wanderer von hier keine gute Sicht, die Albkette konnte man schemenhaft erkennen. Zunächst über die Hochebene "Galgenberg", dann durch den Wald hinunter in Richtung Hardt-Denkendorf ging es weiter. Über eine Brücke des kleinen Flüßchen Aich kam die Wandergruppe an einen Grillplatz, wo die Mittagsrast eingelegt wurde. Auf schönen Waldwegen erreichte man bald den Ort Hardt, der kleinste Stadtteil von Nürtingen. Hardt mit ca. 1000 Einwohnern wurde erstmals im Jahr 1366 urkundlich erwähnt. Bekannt wurde Hardt durch die Sage von Herzog Ulrich von Württemberg und dem Pfeifer von Hardt. Nach überqueren der L 1205 ging es über die Oberensinger Höhe mit schönem Blick zum Hohen Neuffen und auf Nürtingen und weiter vorbei an den Lindenhöfen, durch den kühlenden Wald zum "Waldhäuser Schloß", ein Gutshof aus der römischen Kaiserzeit ( 3. Jh.) der auf einer Schautafel dargestellt wurde. Auf dem Denkendorfer Weg, vorbei an einem Sühnekreuz, ein Denkmal mittelalterlicher Rechtsauffassung aus dem 16. Jh., kamen die "Extra-Wanderer" nach einem kurzen schweißtreibenden Anstieg nach 18 Kilometer zum Endziel Denkendorf. Wanderführer Werner Schmidt hatte eine Führung durch das Kloster vorgesehen, die von Herrn Auberle vom Rathaus durchgeführt wurde und in der ehemaligen Stiftskirche St. Pelagius, ein gotisch -romanischer Bau um 1120, begann. Denkendorf ist eine Gemeinde mit einer interessanten und bedeutenden Geschichte. Urkundlich erwähnt wird Denkendorf bereits vor dem Jahre 1129, als Papst Honorius II das vom Grafen Berthold gestiftete Kloster Denkendorf unter seinen Schutz nahm. Das noch heute erhaltene Kernstück des Klosters ist die Krypta mit der symbolischen Darstellung des Grabes Jesu. Heute ist das Kloster Denkendorf eine der bedeutendsten evangelischen Klosterschule in Württemberg. Über die Landesgrenzen hinaus hat Johann Albrecht Bengel, der hier 28 Jahre lang als Klosterpräzeptor wirkte und von hier aus dem würtembergischen Pietismus seine eigenständige Prägung gab, den Namen Denkendorf bekannt gemacht. Als berühmtester Zögling der Klosterschule gilt der Dichter Friedrich Hölderlin, der sich von 1784 bis 1786 hier aufhielt. Nach dieser geschichtlich interessanten Führung fuhr man wieder Richtung Betzingen. Hier nochmals ein Dankeschön an Wanderführer Werner Schmidt. Seitenanfang
"Extrawanderer" vom AV-Betzingen auf dem HW 3
Ausgangspunkt war der Wanderparkplatz beim Jägerhaus oberhalb von Esslingen. Das Jägerhaus geht auf eine 1729 von der Stadt für die Holzknechte errichtete Hütte am "Rennweg" zurück. Von hier ging es auf einem Naturlehrpfad mit vielseitig unterrichtenden Hinweistafeln z.B. über Eberesche; Haselnuß, Kiefern u.v.m. in den Schurwald hinein, vorbei an einer keltischen Viereckschanze. Die etwa 120 bisher in Süddeutschland nachgewiesenen Keltenschanzen wurden in der Latenezeit (ca. 250 - 70 v. Chr.) errichtet. Die Schanze im Esslinger Stadtwald gehört zu den größten Anlagen. Durch das Gewann "Gunzenhau" und den Esslinger Weg kam die 22 köpfige Gruppe zum Schlößlesplatz (450m), hier wurde die Mittagsrast eingelegt. In der Mitte des Parks stand des 1816 von König Friedrich errichtete Jagdschloß mit den beiden Teichen, umgeben von prächtigem Baumbestand. Das Jagdschloß wurde 1839 bei Aufhebung des Wildparks für 6049 Gulden an die Gemeinde Altbach verkauft, die es abbrach, in Altbach wieder aufbaute und bis 1975 als Rathaus nutzte. Am Standort des abgebrochenen Schlössle steht eine ca. 40 Meter hohe Wellingtonie und überragt die anderen Bäume. Weiter ging es auf schönen Waldwegen immer dem Zeichen des HW 3 nach und bald war man in Hohengehren (464 m) das in aussichtsreicher Lage auf dem Schurwaldrücken liegt, wurde urkundlich 1275 bestätigt, ist jedoch älter. Nach überqueren der K 1209 "Kaiserstraße" genannt, wo auf einer Hinweistafel zu lesen war, dass es sich hier um eine alte Heerstraße aus der Stauferzeit handelt, kam die Gruppe um Wanderführer Werner Schmidt zum Endziel Schlichten (494 m). Zum Ausklang traf man sich in einem Gasthof in Grafenberg, wo es von Ludwig Beck, zweiter Vorsitzender des AV-Betzingen, Dankesworte an Wanderführer Werner Schmidt gab. Seitenanfang
Die Extra-Wanderer des Albvereins Betzingen weiter auf dem HW 3.
Wanderführer Werner Schmidt konnte am Ausgangspunkt Lorch bei hochsommerlichen Temperaturen die stattliche Zahl von 31 Wanderern begrüßen. Lorch selbst bekannt durch sein 1102 entstandenes Kloster auf dem Frauenberg, darf sich rühmen, zwei große Dichter in seinen Mauern gehabt zu haben: Friedrich Schiller verbrachte von 1764 bis 1766 zwei Jahre seiner Kindheit, und Eduard Mörike lebte von 1867-69 in Lorch. Von hier ging es kurz durch die Stadt und auf einem Forstweg durch den Wald. Immer leicht ansteigend kam die Wandergruppe nach Rattenharz (470 m NN). Die Bauernhöfe von Rattenharz, meist aus dem 19. Jh., sind an der Talkante über dem Remstal angeordnet und ergeben ein langgestrecktes Straßendorf. Vorbei am Pulzhof durch den Wald ging es weiter über Breech nach Adelberg. Der kleine Ort Breech verdankt seinen Namen dem umgebrochenen Land (=Brache, früher "Präche") und bestand 1496 aus Lehen des Klosters Adelberg. In Adelberg angekommen betrat die Wandergruppe die Klosteranlage durch das Haupttor und gelangte zum weiträumigen Klosterplatz, gesäumt von Ulrichskapelle und Prälatur. Die Ulrichskapelle wurde ab 1500 gebaut und beinhaltet einen sehr wertvollen spätgotischen Hochaltar aus Ulmer Werkstätten nach 1511. Der Klosterbereich rund 6 Hektar, umfaßt mit einer 1100 Meter langen Mauer, war bis 1975 Sitz des staatlichen Forstamts Adelberg. Der von Karl dem Großen angelegte historische Kräutergarten enthält Heilpflanzen aus aller Welt. Nach kurzen Erläuterungen von Wanderführer Werner Schmidt über die Klosteranlage ging es weiter durchs Herrenbachtal zum Herrenbachstausee. Der Wasserverband Fils hat in den Jahren 1973-1976 wegen wiederholter Überschwemmungen den Stausee mit einem Fassungsvermögen von 1,9 Mio. Kubikmeter als Hochwasserrückhaltebecken und Speicherbecken für die Niedrigwasseranreicherung der Fils erbaut. Die Eingriffe in die Landschaft wurden erfreulicherweise so gering wie möglich gehalten. Der See ist durch seine herrliche Lage zu einem beliebten Wanderziel geworden. Weiter ging es eine zeitlang auf der Hauptstraße, früher "Kaisersträßle", nach Oberberken (504 m NN), dem höchstgelegenen Ort des Schurwaldes und von hier zum Endziel Schlichten, das nach 19 Kilometer erreicht war. Bei der Einkehr in einem Gasthof in Grafenberg gab es Dankesworte für Wanderführer Werner Schmidt. Seitenanfang
Die Extra-Wanderer des AV Betzingen auf dem Remswanderweg.
Bei sommerlich, angenehmen Temperaturen konnte Wanderführer Werner Schmidt 23 Wanderer am Ausgangspunkt, dem Parkplatz an der Remstal-Halle in Waldhausen, begrüßen. Zunächst ging es durch das Neubaugebiet und weiter bergauf mit schönem Blick auf den Ort. Bei einem kurzen Halt gab der Wanderführer einige Erläuterungen über Waldhausen, einen Ortsteil der Stadt Lorch (277 m NN). Der Name (=Häuser im Wald) deutet auf eine Entstehung in der ältesten Ausbauzeit seit der Mitte des 7. Jh. n. Chr. hin; wird 1150 urkundlich erstmals als Waldhusen erwähnt. Die ursprünglich im frühen 12. Jh. erbaute Burg Waldhausen auf dem Elisabethenberg war Sitz der staufischen Ministerialenfamilie und kam 1246 mit Waldhausen zu Württemberg. Die Burg wurde 1525 von aufständischen Bauern zerstört. Das urspringlich bäuerliche Dorf ist heute im wesentlichen Wohnort mit Gewerbe und Industrie. Weiter führte der Weg der Bezeichnung "R" nach. Der Remswanderweg, der 1988 vom Rems-Murr und Nordostalb-Gau des Schwäbischen Albvereins geschaffene bzw. bezeichnete Wanderweg führt mit einer Gesamtlänge von 85 Kilometern durch das Remstal. Er beginnt an der Quelle bei Essingen und endet an der Mündung der Rems bei Remseck in den Neckar. Durch das Gewann "Haspensteig" und über den Dickeichenweg kam die Wandergruppe zum Albvereins Wanderheim "Rehhaldenhütte", wo eine Pause eingelegt wurde. Die Rehhaldenhütte (430 m NN) der Ortsgruppe Plüderhausen des SAV mit Rast-,Spiel-und Grillplatz wurde anstelle einer alten Hütte von der Ortsgruppe neu erstellt und teilweise bewirtschaftet. Immer im schattigen Wald ging es über die Remshalde, am "Fritzles Platz" und an "Willis Jungbrunnen", der von den Schülern der Reinhardt Hauptmann Schule Plüderhausen 1983 erbaut wurde, vorbei und nach überqueren der L 1147 kam man über den Panoramaweg zur Schönblickhütte, wo die Mittagsrast eingelegt wurde. Weiter ging es über den "Hofklingenweg" mit schönem Blick auf den Ort Weiler im Remstal und auf angenehmen Wald und Forstwegen vorbei an einem Badesee zum Endziel Winterbach, einem stattlichen Ort zwischen Schurwaldrand und Rems, am Fuß des Schurwaldvorsprungs Engelberg, das nach 19 Kilometern erreicht war. Beim Abschluß in einem Gasthof in Grafenberg sprach Ludwig Beck Dankesworte an Wanderführer Werner Schmidt aus. Seitenanfang
Die Extra-Wanderer des Albvereins Betzingen auf den Spuren von Sand und Glasmachern, Köhlern, Mönchen und Nonnen.
Bei herbstlichen Temperaturen starteten 27 Wanderer des AV Betzingen von Nassachmühle zur Rundwanderung durch den östlichen Schurwald. Der landschaftlich reizvolle Weiler, im 13. Jh. um eine Mühle entstanden, hat sich seit 1952 durch Heimatvertriebene erheblich erweitert. Auf schmalem Waldpfad ging es talaufwärts, den Bärentobel überquerend - einer typischen Schurwaldklinge, nach Nassach. Das Dorf an der Nassach war ursprünglich von Wald und Glashüttenarbeitern, Köhlern, Steinbrechern, Töpfern und Kleinbauern bewohnt. Den kupfernen Erinnerungstafeln an die ausgestorbenen Berufe am Dorfbrunnen war zu entnehmen, dass ein Nassacher Glasmacher nach Thüringen auswanderte und dort die erste Glashütte der Region gründete. Ein steiler Anstieg führte über den Sauhang ins Tannbachtal zum ehemaligen Schlößle, einer Burgstelle der "Herren von Eberberg", und an den Herrenbachstausee - daher der Name Herrenbach. Entlang dem Seeweg um den Stausee waren Forstarbeiter des Forstamts Göppingen dabei, Spielplätze und Erlebnispfade für das Naherholungsgebiet Adelberg zu errichten. Über die Dammkrone des Stausees und an der Herrenbachmühle vorbei, führte der Wanderweg hinauf zum landschaftlich schön gelegenen Kloster Adelberg. Dort erwartete uns bereits Pfarrer Vollmer zur Führung in der Ulrichskapelle, die allein die Plünderungen und Brandschatzung des Klosters im Bauernkrieg 1525 unbeschadet überstand. Gut erhaltene Wandfresken aus dem 16. Jh. schildern die Geschichte des Klosters an der Nordwand. Ein Bild zeigt die Weihe des Altars 1188 und den Staufen "Rotbart"Friedrich I. Barbarossa. Er nahm auch das Doppelkloster der Prämonstratenser für Männer und Frauen mit einer auf dem Hohenstaufen ausgestellten Urkunde unter seinen Schutz. Das Juwel der schönen Ulrichskapelle ist jedoch der Altar der Ulmer Schule aus dem Jahre 1511. Die Tafelbilder schuf Bartholomäus Zeitblom, während Nikolaus Weckmann die Schreinfiguren schnitzte. Es ist das einzige Altarwerk Zeitbloms, das im orginalen Zustand und am ursprünglichen Ort erhalten ist. Der Altar hat eine Werktags und Sonntagsseite und zeigt u.a. die Geburt Christi, die Anbetung der heiligen Drei Könige und fünf Heiligenfiguren im goldgefütterten Altarschrein. Der rechte Flügel der Sonntagsseite zeigt eine seltene Darstellung des "Hühnerwunders" aus der Pilgerlegende auf den Jakobusweg aus dem 12. Jh.. Nach einer wohlverdienten Vesperpause ging es über einen beliebten Aussichtspunkt, von dem aus der nahe Kaiserberg Hohenstaufen und das blaue Band der Göppinger Alb bei uns Erinnerungen an das letzte Wanderjahr weckte, wieder ins Tal des Herrenbachs hinab zur Mittelmühle. Die Mahlmühle ist nicht mehr in Betrieb. Aus ihr ist ein moderner Christbaum Zuchtbetrieb geworden. An den schönen Zuchttannen auf beiden Talseiten sieht man auf den Tannenspitzen nicht mehr "die Lichtlein glitzern", sondern lauter farbige Preisfahnen flattern. Abgelenkt von den Farbtupfern im grünen Tannenwald ließ uns das ungewohnte Bild den steilen Anstieg nach Oberwälden und Wangen faßt unbemerkt überwinden. Über diese typischen Dörfer auf den Höhen des Schurwaldes führte uns ein steiler Waldweg wieder hinab ins Nassachtal zu unserem Ausgangspunkt. Wie üblich und inzwischen zur Tradition geworden, trafen sich die Extra Wanderer auf der Heimfahrt nochmals in der Krone in Grafenberg, um den schönen Wandertag in froher Runde ausklingen zu lassen und dem Wanderführer Werner Schmidt für die Vorbereitung und Durchführung der Wanderung zu danken. Seitenanfang
AV-Betzingen Extra Wanderer unterwegs.
Zum Abschluß der diesjährigen Wandersaison der "Extra-Wanderer" fuhren noch einmal 30 Wanderer in den Schurwald zum Ausgangspunkt Reichenbach an der Fils. Der Ort 1150 urkundlich bestätigt, ist vermutlich schon um 1000 entstanden und seit 1299 württembergisch. Im Verlaufe des 16. Jhs. wurde in Reichenbach nach Kupfererz geschürft; teitweise waren bis zu fünf Stollen in Betrieb. 1739 wurde der Bergbau mangelnder Ausbeute wegen endgültig eingestellt. Zunächst führte der Weg durch den Ort und dann auf einem Forststräßchen durch das Reichenbachtal vorbei an der Oelmühle die 1772 errichtet wurde. Sie war zuerst eine Knochenmühle, später Säge-, Oel- und Getreidemühle. Seit Jahren stillgelegt, jedoch noch betriebsfähig. Etwa nach zwei Kilometern kam man an der Bannmühle vorbei, die schon seit 1402 als Lehen des Klosters St. Blasien erwähnt wurde. 1932 jedoch stillgelegt wurde. Weiter ging es durchs Reichenbachtal, begleitet von Waldwiesen und kleinen Weihern auf der linken Seite und auf einem aufwärts führenden unbefestigten Waldweg kam man zum Holderstein (380 m NN). Hier vereinigen sich mehrere Klingen zu einer Schlucht. In der mittleren Klinge befindet sich auf einem mächtigen Stubensandsteinfelsen die noch erkennbaren Mauerreste der sagenumwobenen Burg Holderstein, die schon vor 1535 zerfallen war. Über einen Waldpfad kam man auf den Baden-Württemberg-Weg und durch Baumwiesen mit schönem Blick auf Hohengehren und über den Schelmenwasenweg nach Thomashardt, Gemeinde Lichtenwald. Die heutige Gemeinde Lichtenwald entstand am 1. Januar 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluß der ehemals selbstständigen Gemeinden Hegenlohe und Thomashardt und erhielt ihren Namen nach dem Waldgebiet, das beide Ortsteile umgibt. Eine Besonderheit in Thomashardt ist der 31 Meter hohe Wasserturm. Er ist mit einem bunten Mosaik versehen das riesige Wassertropfen symbolisiert. Nach dieser gelungenen Verschönerung kann man nun vom schönsten Wasserturm im Lande sprechen. Von seiner Aussichtsplatte hatten die Wanderer einen herrlichen Rundblick über den Schurwald und weit ins Land. Um diesen Ausblick zu genießen brachte man 137 Stufen hinter sich. Über Hegenlohe und den Rißhaldenweg war nach 17 Kilometer der Ausgangspunkt Reichenbach erreicht. Zum gemütlichen Ausklang traf man sich in Grafenberg, wo Ludwig Beck, zweiter Vorsitzender des AV-Betzingen, Dankesworte an Wanderführer Werner Schmidt richtete. Seitenanfang