Besuch der Seiffener Wanderfreunde in Betzingen vom 26.-29.07.2002

Bericht: Giselheit Moser

Am Freitag, 26.07.2002, erwartete die SAV-Ortsgruppe Betzingen Besuch aus Seiffen. Doch die Fahrt nach Reutlingen verlief derart reibungslos, so dass das Empfangskomitee der Betzinger etwas zu spät am Kolpinghaus ankam. Aber dies tat der Stimmung keinen Abbruch. Es gab wie immer eine herzliche Begrüßung von Seiten des Vorstandes und der SAV-Mitglieder und alle freuten sich, einander wiederzusehen.

Da es genau die richtige Zeit zum Kaffeetrinken war, setzten sich die Seiffener Wanderfreunde nochmals kurz in ihren Bus und kamen nach Betzingen, wo in der Albvereinsstube fleißige Helferinnen schnell die Tische deckten und Kaffee und Hefekranz servierten. Die Seiffener freuten sich, in der Albvereinsstube alle die Räuchermännchen und Wetterhäuschen etc., die aus Seiffen stammen, wiederzusehen. Zur Überraschung der Betzinger packte der Seiffener Wanderführer Christof Ulbricht eine wunderschöne Holzlaterne aus und übergab sie den Albvereinlern als Gastgeschenk. Sicher wird man einen besonders schönen Platz für diese Laterne finden.

Nach dem Abendessen im Kolpinghaus fand man sich zu einem geselligen Abend zusammen, den man mit viel Erzählen und Singen beendete.

Am Samstag traf man sich um 9.15 Uhr auf dem Julius-Kemmler-Platz zu einer Wanderung durch das Glastal. Der Bus brachte die Wanderer zur Hayinger Brücke. Von hier aus wanderte man zwischen den Felsen auf schattigem Weg zur Wimsener Höhle. Jetzt wurde erst mal Mittagsrast gemacht. Nach dem Essen hatte man noch die Gelegenheit zu einer Bootsfahrt in die Höhle. Froh gelaunt ging es danach weiter, vorbei an Gossenzungen, nach Zwiefalten. Von ferne grüßten schon die Türme des Münsters.

Als die Wanderer das Münster erreichten, marschierte gerade eine Blaskapelle auf, die ein Hochzeitspaar begleitete. Das war natürlich ein besonders schöner Rahmen für den Besuch des Münsters.

Nach der Rückfahrt trafen sich diesmal Seiffener wie Betzinger im Kolpinghaus, denn es war ein Grillabend angesagt. Bei Fleisch, Würstchen und vielen verschiedenen Salaten ließen es sich alle gemeinsam gut schmecken.

Für den Sonntag stand ein Besuch in Tübingen auf dem Programm. Gert Schmitt, der Organisator der Betzinger, hat die Stadtführung übernommen. Die Besichtigung begann in der Uhlandstraße und führte durch den Park mit dem See und der schönen Sicht auf die Häuserfront am Neckar. Danach ging man über die Eberhardsbrücke und zum Hölderlinturm. Hier sprach Gert Schmitt über das Leben von Friedrich Hölderlin und nannte als wichtigstes Datum das Jahr 1477, in dem die Universität Tübingen durch Graf Eberhard im Barte gegründet wurde. Später erreichte man die Burse, das älteste noch erhaltene Gebäude der Universität, in dem die Studenten wohnten. Im Haus durften die Zöglinge seinerzeit nur lateinisch sprechen. Viele bekannte und berühmte Persönlichkeiten lebten und studierten in Tübingen, so u.a. Hölderlin, Mörike, Uhland, Hegel, W. Hauff, J. Keppler, I. Kurz, Melanchthon u.v.m.

Von der Burse führte der Weg durch die Oberstadt, wo früher die Adeligen und die besseren Bürger lebten und von hier hinauf zum Schloss Hohentübingen. Von hier oben hat man einen wunderschönen Blick auf Tübingen und Umgebung. Weiter ging es durch die Judengasse hinunter an die Ammer zur Unterstadt. Hier sind die Häuser eng aneinandergedrückt, denn hier lebten die Handwerker, Winzer und Händler, eben die einfachen Leute. Auf dem Marktplatz angelangt, bewunderte man das Rathaus, das zu den schönsten Bauwerken in Deutschland zählt. Die astronomische Uhr im oberen Bereich ist noch heute voll funktionsfähig. Weiter führte der Rundgang vorbei an der Fruchtschranne und dem Nonnenhaus wieder aufwärts zur Stiftskirche St. Georg. Im Inneren der Kirche befindet sich u.a. die Grablege der württ. Herzöge. Zurück am Neckar bestieg man den Bus, der die Wanderer zur Eninger Weide brachte, wo man Mittagsrast machte. Ein kleiner Spaziergang über den Widmannsweg zum Gestütshof St. Johann schloss sich an.

Am Abend traf man sich wieder in geselliger Runde, um Rückschau zu halten über die letzten 10 Jahre, die man nun schon gemeinsame Wanderungen, mal im Erzgebirge, mal hier auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald oder Allgäu unternimmt. Christof Ulbricht hatte all die Begegnungen schriftlich festgehalten und ließ sie nun Revue passieren. Auch die Dias von Gert Schmitt riefen wieder all die netten Begebenheiten und Erinnerungen bei den Zuschauern zurück. Es wurde viel erzählt und zwischendurch immer wieder gesungen mit Begleitung der beiden Akkordeonspieler Wilhelm Schmid und Baldur Wagner. Ohne ihre musikalische Begleitung wäre der Abend nur halb so gelungen. Aber auch der schönste Abend geht einmal zu Ende.

Am Montag früh hieß es schon wieder Abschied nehmen. Viele der Betzinger Albvereinler waren gekommen, um den Seiffener. Wanderfreunden Lebewohl zu sagen. Aber ein Trost dabei ist, dass man sich zum großen Teil im Advent dieses Jahres schon wieder trifft. Dank der Organisation von Gert Schmitt sind die gemeinsamen Tage bestens gelungen.


© Albverein Betzingen 01.02.2004