HW 7 (Alb-Oberschwaben-Weg) April - Oktober 2002
Berichte: Egon Faber
"Extra wandern"
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| © Albverein Betzingen |
Auftakt der "Extra-Wanderer" im Albverein Betzingen
Auch im Jahr 2002 hat der Leiter der "Extra-Wanderer, Werner Schmidt, wieder eine Streckenwanderung ausgesucht, und zwar soll der Hauptwanderweg HW 7, der von Lorch nach Friedrichshafen führt (193 km), in mehreren Etappen bewältigt werden. Für die erste Etappe war der Ausgangspunkt Lorch, von wo 36 Wanderer nach dem Umsetzen der PKW ihren Weg antraten. Zuvor gab Wanderführer Werner Schmidt noch einige Erläuterungen über die Stadt Lorch. Mitten im Stauferland, überragt vom einstigen Benediktinerkloster, wo in diesem Jahr "900 Jahre Kloster Lorch" gefeiert wird, liegt das liebenswerte Städtchen Lorch. Eingebettet in die waldreiche Hügellandschaft, an der schmalsten Stelle des Remstals, zeichnet sich das ehemalige geistige Zentrum der Staufer durch sein mildes Klima aus. Nicht nur die Römer siedelten hier, auch Friedrich Schiller und Eduard Mörike weilten in der Stadt. Nun ging es weiter an dem Flüsschen Rems entlang und nach Unterqueren der B 10 kamen die Wanderer ins Beutental und auf einem Teersträßchen langsam ansteigend vorbei an der Beutenmühle, durch schönen Mischwald zum Wäscherschloss (Wäscherburg), einem staufischen Buckelquaderbau, erbaut um 1200. Hier wurde die Mittagspause in einem alten Rittersaal eingelegt. Herr Kaiser, Angestellter der Burg, führte die Wanderer in die Geschichte der Burg ein. Zum Namen: Der Sage nach hatte Kaiser Barbarossa eine Wäscherin als Geliebte, der er die Burg geschenkt, auf der sie dann ständig gewohnt habe und die somit die Wäscherburg genannt geworden sei. Das Wäscherschloss ist heute Staufer-Gedächtnisstätte und Museum. Nach einem Rundgang durch die Burg, wo es einiges aus früheren Zeiten zu sehen gab, ging die Wanderung auf einem schönen Waldpfad weiter, immer dem "Roten Balken" des HW 7 nach, bis man zu dem kleinen Ort Maitis kam. Von hier begann langsam der Aufstieg auf den Hohenstaufen (684m), den man schwitzend hinter sich brachte. Die Burg Hohenstaufen, auf einer Erinnerungstafel zu lesen, wurde um 1070 erbaut.1208 stirbt Irene, Witwe König Philipps von Schwaben, stirbt auf dem Hohenstaufen.13I9 belagert Graf Eberhard von Württemberg belagert die Burg und bringt sie in seine Gewalt. 1525 wurde die Burg im Bauernkrieg zerstört. Nach einem kurzen Rundblick ins Albvorland ging der Weg in Serpentinen hinunter zur Barbarossakirche, einem bescheidenen Heiligtum, das zu Ehren des großen Geschlechts der Staufer 1859 erneuert wurde. Weiter führte der Weg durch den kleinen Ort Hohenstaufen, den Spitalwald und durch ein kleines Bachtal zum Endziel Staufenpark Göppingen, den man nach ca. 16 Kilometererreichte. Bei der Einkehr in Grafenberg sprach Ludwig Beck, zweiter Vorsitzender des AV Betzingen, den Dank aller Teilnehmer an Wanderführer Werner Schmidt aus. Seitenanfang
"Extra-Wanderer" des Albvereins Betzingen auf der zweiten Etappe des HW 7
Wanderführer Werner Schmidt konnte zum Extra-Wandern auf dem Kemmler-Platz in Betzingen 35 Personen begrüßen. Man fuhr mit PKW nach Jebenhausen, einem Stadtbezirk von Göppingen, wo man mit der zweiten Etappe des HW-7, Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins von Lorch nach Friedrichshafen, begann. Der Ortsname Jebenhausen wird erstmals schriftlich als "Lebenhausen" in einer 1206 ausgestellten Urkunde des von den Staufern gegründeten Prämonsstratenserkloster Adelberg erwähnt. Das Dorf gehörte im späten Mittelalter verschiedenen Herrschaften, bis im Jahre 1467 die Freiherren von Liebenstein alleinige Ortsherren wurden. Schloß Jebenhausen wurde 1686 von den Freiherren von Liebenstein, Albrecht und Philipp, erbaut, ist heute noch im privaten Besitz und kann nicht besichtigt werden. Ausgang zur Wanderung war am naturkundlichen Museum und gleich nach dem Ortsausgang ging es auf einem Wiesenweg nach Betzgenried und weiter nach Boll. Vorbei am Birkenhof war auch bald Bad Boll (427 m) erreicht. Hier im Kurhausgarten konnte die Gruppe ihre Mittagspause abhalten. Im Jahre 1155 wurde der Ort Bad Boll durch Kaiser Barbarossa von Hohenstaufen erstmals urkundlich erwähnt. Die ältesten Spuren gehen aber auf die Eiszeit zurück, wovon Reste der wahrscheinlich zwischen 900 - 400 v. Chr. von keltischen Bewohnern als Fliehburg benutzte Bertaburg zeugen. In das Jahr 1595 fällte für Bad Boll ein äußerst wichtiges Ereignis: Die Gründung des Boller Bades. Bei Grabungsarbeiten nach Salzvorkommen stieß man auf zwei Schwefelquellen. So bekam das Boller Bad den Namen Württembergisch Wunderbad". Weiter ging es am Naturdenkmal "Schiller Linde", gepflanzt 1905, vorbei nach Eckwälden. Von nun an führte der Weg schweißtreibend bergauf über das Kaltenwangsträßle vorbei am Kaltenwanghof (617 m) hinauf, wo der HW-7 in den HW-1 (Alb-Nordrand-Weg) mündet. Von hier war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Aussichtspunkt Bosler (794 m NN). Nach dem Genuß des herrlichen Ausblicks ins Albvorland ging es weiter durch Buchen-und Mischwälder, schöne Wiesen immer auf dem HW-7 bleibend bis zum Endziel Eckhöfe, von wo man am 12. Juni 2002 mit der dritten Etappe beginnt. Hier nochmals ein Dankeschön an Wanderführer Werner Schmidt für die gute Organisation. Seitenanfang
Die "Extra-Wanderer" des SAV Betzingen brachten die dritte Etappe des HW 7 hinter sich
Für die 31 Wanderer waren die Eckhöfe (763 m) Ausgangspunkt der dritten Etappe des Hauptwanderweges 7, von Lorch nach Friedrichshafen. Von hier führte der Weg vorbei an den Gebäuden des Christlichen Jugendwerkes und am Gasthaus "Bläseberg" auf einem Teersträßchen zur Helfensteiner Kreuzkapelle. Nach dem Aussterben des männlichen Geschlechts der Grafen von Helfenstein 1626, hat die Gräfin von Helfenstein diese Kreuzkapelle gestiftet. Von hier bot sich den Wanderern unter Führung von Werner Schmidt ein schöner Blick hinunter auf Wiesensteig, ins Filstal und über das Helfensteiner Land. Der Abstieg von ca. 700 Metern nach Wiesensteig erfolgte über einen Kreuzweg. Wiesensteig selbst 861 erstmals urkundlich erwähnt, gab es schon lange Zeit vorher, das beweisen Funde und Siedlungsspuren aus der Zeit der Alemannen und Römer bis zurück zur Steinzeit. Prägend für Wiesensteig war das 861 gegründete Benediktiner-Kloster mit seinen vielen Ländereien, aus dem um 1130 das weltliche Chorherrenstift hervorging und das bis 1803 bestand. Das Residenzschloß wurde 1551 vom Helfensteiner Graf Ulrich XVII. erbaut. Weiter führte der Weg zum Filsursprung, wo eine kurze Rast eingelegt wurde. Der Filsursprung (625 m NN.) sind drei nebeneinander liegende Quellen, deren Wasser zunächst in einem künstlich ausgekleideten Bett aufgefangen werden, sie ergeben dadurch eine starke Schüttung. Im sehr romantischen Hasental ging der Weg weiter durch Fichten- und Laubwald und über einige Stufen hinauf erreichte man die Schertelshöhle (782 m NN), eine der über 300 Höhlen und Karsterscheinungen im Alb-Donau-Kreis. Die zur Schau ausgebaute Tropfsteinhöhle ist eines der vielen Ausflugsziele der Schwäbischen Alb und wurde auch von einigen Teilnehmern besucht. Sie hat eine Gesamtlänge von 212 Metern, erstmals "befahren" im Jahr 1820 durch einen 24 Meter tiefen Entdeckungstrichter, das sogenannte "Kuhloch". Zugänglich für die Allgemeinheit ist die Höhle schon seit 1830/31 durch einen künstlichen Eingangsstollen. Nach einer ausgiebigen Mittagspause wanderte man weiter leicht ansteigend zu einem schönen Höhenweg der nach Westerheim führte. Westerheim (815 m), erstmals um 800 erwähnt, die Dorfkirche um 861; die erste Besiedlung war von Laichingen aus erfolgt. Über ein Teersträßchen und durch eine Baumallee, ehemalige Römerstraße, die von Münsingen kommend über Zainingen-Westerheim-Laichingen zum römischen Kastell in Urspring (2. Jh.) führte, war nach 20 Kilometern das Endziel am Sportplatz in Laichingen erreicht. In einem Gasthof in Feldstetten fand die dritte Etappe ihren Abschluß, wobei ein Dankeschön an Wanderführer Werner Schmidt ausgesprochen wurde. Seitenanfang
Die "Extra-Wanderer" des AV-Betzingen auf der vierten Etappe des HW 7
Bei idealem Wanderwetter trafen sich 23 Wanderer auf dem Kemmlerplatz in Betzingen. Nach der Begrüßung durch Wanderführer Werner Schmidt fuhr man in Fahrgemeinschaften nach Laichingen zum Parkplatz Tiefenhöhle, von wo man mit der vierten Etappe des HW 7, Hauptwanderweg Schwäbische Alb-Oberschwaben, begann. Die Laichinger-Tiefenhöhle ist die tiefste öffentlich zugängliche Schachthöhle der Bundesrepublik Deutschland. Die Höhle wurde 1892 von einem Sandgräber entdeckt, nachdem dieser bemerkt hatte, dass frisch ausgegrabener Sand über Nacht in einem Spalt verschwunden war. Sie wurde bis 1920 bzw. 1935 als Schauhöhle erschlossen. Das zugängliche Gangsystem führt bis in 28 Meter Tiefe durch dolomitische Schwammkalke. Das heute im Höhlensystem versickernde Niederschlagswasser gelangt in über 200 Meter Tiefe 11 Kilometer weiter südlich in den Blautopf. Von hier ging es auf einem schönen weichen Waldweg neben der Straße nach Suppingen zu einem Grasweg und weiter auf einem Feldweg an einer Doline vorbei zum Kaltenbuch und weiter zum Albhof. Nach überqueren der B 28 ging es durch zwei Bauernhöfe hindurch zu den Wochenendhäusern und man gelangte am Rande eines Trockentales zum Park, Spiel und Rastplatz Heusteige mit einem Relief von der näheren Umgebung. Von hier führte der Weg in südlicher Richtung zur Sontheimer Höhle (711 m NN), wo die Mittagsrast eingelegt wurde. Die trotz ihrer Abgelegenheit älteste Schauhöhle Deutschlands beschrieb der Blaubeurer Dominikanerprior Felix Fabri schon im Jahr 1488. 1516 besuchte Herzog Ulrich von Württemberg die Höhle, der erste Höhlenplan stammt aus dem Jahr 1753. Durch ein sieben Meter breites und zwölf Meter hohes Portal betritt man die äußerst geräumige Flußhöhle, die parallel zum Tiefental verläuft. Leider konnte man die Höhle nicht besichtigen, da sie nur samstags und sonntags geöffnet ist. Frisch gestärkt erfolgte der Abstieg über Serpentinen hinunter ins Tiefental und nach einer kurzen Strecke ging es schweißtreibend hinauf auf die Albhochfläche. Auch konnte man die reichhaltige Flore sehen, so z.B. den Türkenbund, ein Liliengewächs, der in voller Blüte stand. Vorbei an der Lindenhütte (1958 erbaut, kleines Unterkunftshaus mit Scheuer für forstliche Zwecke und großem Rastplatz mit Feuerstelle), ging es weiter zum ehemaligen Schachenhof, das Gewann Engenbuch und bald war der kleine Ort Justingen (747 m NN) erreicht. Von hier führte der Weg über den Sandburren ins Bärental. Das Bärental ist im ersten Abschnitt ein schmales Wiesental, verengt sich dann und bildet mit seinen Massenkalkfelsen, seinen Brunnen, Höhlen und dem herrlichen Wald die wildromantische Strecke des HW 7, der über Stufen steil hinunter zum Endziel führte, das nach ca. 20 Kilometer erreicht war. In einem Gasthof in Mehrstetten ließ man den schönen Wandertag ausklingen, wobei ein Dankeschön an Wanderführer Werner Schmidt ausgesprochen wurde. Seitenanfang
"Extra Wanderer" des AV-Betzingen auf der 5. Etappe des HW 7
Wiederum konnte Wanderführer Werner Schmidt 34 Teilnehmer zum Extra-Wandern auf dem Kemmler-Platz begrüßen. In Fahrgemeinschaften fuhr man über die Münsinger Alb zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Hütten (616 m NN) im Schmiechtal. Hütten gehörte einst zur Herrschaft Justingen, im 13. Jh. war hier der Ortsadel von Studach ansässig, heute Teilort der Stadt Schelklingen. In Hütten, einem gastfreundlichen Dorf, führt der HW 7 mit dem HW 2 nach SW über die Schmiechbrücke, nach der sich die beiden Wege trennen, und nach ca. einem Kilometer biegt der Weg rechts ab ins Tiefental. Einem herrlichen Tal mit Fichten bewachsenen Hängen auf der einen Seite und Mischwald auf der anderen Seite des Tales. Auch gab es von der Flora einiges zu sehen, so z. B. das echte Springkraut, ein Balsaminengewächs, den Storchschnabel, Aronstab und vieles mehr. Im oberen Teil des Tiefentales wechseln flache und steile Hänge, einzelne Felsstotzen (Massenkalke), die sich über Hang und Kante ziehen. Bei einer Schutzhütte mit Feuerstelle wurde eine kurze Trinkpause eingelegt. Nach den schweren Regengüssen der letzten Tage hatten die Wanderer herrlichen Sonnenschein und konnten im Freien sitzen. Am Ende des Tiefentales führte der Weg nach rechts und bald war der kleine Ort Grötzingen erreicht. Weiter vorbei an Weilersteußlingen und durch den Weiler Briel (670 m NN) ging es durch Buchenwald, das Brieltal und eine Wacholderheide, wo die Mittagsrast eingelegt wurde. Frisch gestärkt machten die Wanderer einen kurzen Abstecher zur Höhle "Kätherenküche" (593 m NN). Hier hauste vor 200 Jahren die Käther. Der Vater der Käther war ein umherziehender Uhrmacher namens Schunter. Als Gegenleistung für das Wohnrecht in der Höhle mußte er im Sommer bei den Kartoffelfeldern des Nachts Feuer unterhalten, um die zahlreichen Wildschweine von der wertvollen Nahrung abzuhalten. Auf dem Bielerweg ging es weiter nach Altsteußlingen und von da gelangte man zum Höhenweg "Landgericht". Um 1200 war hier die Gerichtsstätte der Grafen von Wartstein. Ihr Wappenschild ziert den Gedenkstein. Unter freiem Himmel hielten sie damals Gericht in Zivil- und Strafsachen. Aber schon im 14. Jh. verloren die Landgerichte wegen der vielen Befreiungen ihre Bedeutung. Die Ortsgruppe Mundingen des Schwäbischen Albvereins hatte die alte Tradition wieder aufgenommen und 1953 am "Landgericht" zwei Gerichtslinden gepflanzt. So erinnert der Platz mit den Bäumen und einem Gedenkstein an ein Kapitel heimischer Rechtsgeschichte. Von hier war auch bald Mundingen erreicht und am Tiefenbach entlang mit seinen vier künstlich angelegten kleineren Seebecken kam man nach 21 Kilometern zum Endziel, dem Parkplatz am Anfang des Wolftales. Zum Ausklang des schönen Wandertages fuhr man nach Anhausen in einen Gasthof. Hier noch ein Dankeschön an Wanderführer Werner Schmidt für die gute Organisation. Seitenanfang
Die "Extra Wanderer" des AV-Betzingen auf der sechste Etappe des HW 7
Trotz leichtem Nieselregen fanden sich 25 unentwegte Wanderer auf dem Kemmler-Platz ein. Wanderführer Werner Schmidt gab die Fahrtroute bekannt und man fuhr zum Parkplatz Tiefental am oberen Eingang ins bekannte Wolfstal. Der Nieselregen hatte aufgehört und nun ging es durch das wild schöne Wolfstal abwärts. Dazwischen machten einige einen Abstecher zur Bärenhöhle. Diese 20 Meter lange und 4 bis 5 Meter breite Höhle darf natürlich nicht mit der Schauhöhle gleichen Namens bei Erpfingen verwechselt werden. Das Wolfstal, ein unter Naturschutz stehendes Trockental, ist von besonderem Reiz. Durch ein Spalier von Felsen führt der fast ebene Weg, im Frühjahr von zehntausenden Märzenbechern umsäumt, in knapp dreiviertel Stunden ins Lautertal. Hier an der Wegkreuzung konnte man auf einer Tafel die nennenswerten Worte lesen: "Wir hoffen, dass das Vesper und anderes, das Sie auf die Wanderung mitnehmen, Ihnen wenigstens die Kraft verleiht, das Verpackungsmaterial u.a. wieder zurück zu tragen". Hier überschreitet der HW 7 das Tal der "Großen Lauter" und man kam in den Burgenweg (Reutlingen-Obermarchtal) wo es zuerst durch Hochwald, dann durch Jungwald ging und nach überqueren der Kreisstraße 7339 kam ein schweißtreibender Aufstieg zum Hochberg (662 m NN). Hier wurde eine kleine Pause eingelegt und jeder konnte den Ausblick aufs Donautal und weit hinaus ins oberschwäbische Land genießen. Der Bismarckstein, ein Hauptsignalstein der württembergischen Landesvermessung steht hier neben der Schutzhütte des Schwäbischen Albvereins Donau-Bussen. Weiter führte der Weg durch Talheim, linker Hand konnte man die Klosterkirche von Obermarchtal sehen, und dann an der Donau entlang nach Rechtenstein. Nach einem kurzen Besuch der Barockkirche (von 1744) stieg man weiter hinauf zur Burg Rechtenstein um vom Turm aus den Blick ins Donautal zu genießen. Die Burg war Stammsitz des weitverzweigten schwäbischen Adelsgeschlechts derer von Stein. Erster urkundlicher Nachweis 1156 "Von Stein", ab 1342 "Von Rechtenstein". Nach vielen Besitzerwechsel zerfiel die Doppelburg, weshalb sie 1817 abgebrochen wurde. Nur der romanische Turm trotzte zum Glück dem Abbruch. Nach der Mittagsrast auf der Burg war das nächste Ziel die "Braunsel", eine Karstquelle wie der Blautopf, die nach eineinhalb Kilometern in die Donau mündet. Sie entspringt in mehreren stark schüttenden Quelltöpfen. Der Gewässergrund der kristallklaren Braunsel gliedert sich in viele tiefblaue Trichter; hier dringt das Wasser der Schwäbischen Alb an die Oberfläche. Es stammt im wesentlichen von der Lauterversickerung oberhalb von Lauterbach. Die Riesenquelle fördert zeitweise bis zu 1500 Liter Wasser in der Sekunde. Von hier verläuft der HW 7 durch Mischwald, streift ein Paradies der Wasservögel und verläßt den Wald nach dem Schelmental und übers freie Feld kamen die Wanderer nach Emeringen, Alemannische Siedlung; wurde 1952 durch Auffinden eines alemannischen Gräberfeldes bestätigt. Von hier führte der Weg über Zwiefaltendorf - Zell zum Endziel Möhringen (564 m NN), das nach 22 Kilometer erreicht war. Der Abschluß dieses herrlichen Wandertages fand in einem Gasthof in Zwiefalten seinen Abschluß, wo es Dankesworte von Ludwig Beck, zweiter Vorsitzender des AV-Betzingen, für Wanderführer Werner Schmidt gab. Seitenanfang
Saisonabschluß der Extra-Wanderer des AV Betzingen
25 Teilnehmer des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Betzingen, machten die siebte Etappe des HW 7 (Hauptwanderweg Lorch-Friedrichshafen) zum Abschluß in diesem Jahr in umgekehrter Folge. Man begann in Bad Buchau, bekannt durch seine Kurkliniken, dem Chorfrauenstift aus dem 8. Jh., der Barockkirche und dem Federseemuseum. Hier führte der Weg zunächst durch die Stadt und den Kurpark bis man in das Banngebiet "Staudacher" kam. Auf einem Naturlehrpfad, ein Holzsteg von 900 Meter Länge und 2,5 Meter Breite, der sich durch das NSG Staudacher zieht und von Tafeln mit Erklärungen über Entstehung, Tier-und Pflanzenwelt begleitet wird. Der Steg ruht auf 1060 bis zu 11 Meter langen Pfählen aus Eschenholz. Durch das neblig trübe Wetter hatten die Wanderer kaum einen Ausblick auf den Federsee. Nach verlassen des Banngebiet "Staudacher" ging es auf einem Teersträßchen nach Moosburg (585 m) und weiter auf einem Forstweg durch das Gewand "Schäfleshau", einem schönen Mischwald, nach Bischmannshausen. Nun war es Zeit für eine Mittagspause, jedoch das kalte neblige Wetter ließ es nicht zu im Freien zu sitzen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz wurde den Wanderern die Kapelle von Bischmannshausen angeboten, das sie gerne annahmen und auch mit einer Spende für die kleine Kirche dankten. Von hier folgte der Weg auf der Straße nach Dentingen (610 m) und bald wieder in den Wald hinein auf einen angenehmen Wanderweg. Das nächste Ziel war Offingen (663 m) und von hier ging es den letzten Anstieg hinauf auf den Bussen, dem höchsten Berg Oberschwabens mit 767 Metern. Auf dem Bussen selbst gab es eine erste Besiedelung seit vorchristlicher Zeit. Später war er Stammsitz der alemannischen Herzöge. Die erste Kirche entstand 805, die heutige Wallfahrtskirche gibt es seit 1516. Den Bussenturm zu besteigen lohnte sich nicht, da alles in Nebel gehüllt war. Nach Besichtigung des Erntedank-Früchteteppichs in der Wallfahrtskirche führte der Weg hinunter zum Endziel Möhringen, wo vor vier Wochen die sechste Etappe des HW 7 endete. Hier zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen. In einem Gasthof in Zwiefalten saßen die "Extra-Wanderer" zum Abschluß der diesjährigen Touren noch gemütlich zusammen, wobei es Dankesworte an Wanderführer Werner Schmidt für die Leitung aller sieben Etappen des HW 7 gab. Seitenanfang