Wechselausstellung im Museum 2005

Ausstellung im Museum "Im Dorf" Betzingen: Lebensbilder

Maler Karl DigelKarl Digel ist vor allem als Künstler bekannt. Sein malerisches Können ist jedoch nur eine Facette seiner Persönlichkeit. Darüber hinaus war er leidenschaftlicher Naturbeobachter, einfallsreicher Fotograf und gläubiger Mensch.

Digel kam aus einer alteingesessenen Betzinger Familie. Typische Objekte aus der dörflichen Tradition wie das Brautschappel seiner Mutter, ein Schlittengaul des Wagners Sauer sowie zahlreiche Familienfotos machen seine regionale Verwurzelung deutlich.

In seiner Malerei wie in seiner zweiter Leidenschaft, der Fotografie, spiegelt sich eine intensive Naturverbundenheit wider. Der begeisterte Bergsteiger war ein guter Beobachter der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, die er in einzigartigen Schwarz-Weiß und Farb-Aufnahmen festhielt. Seine Plattenkamera, sein Buch über den Bussard sowie etliche Postkartenreihen stellen diese Seite des Künstlers vor. Besonders fasziniert war Digel von Schmetterlingen und Käfern. Eine Auswahl seiner Sammelkästen zeigt die Schönheit der buntschillernden, einheimischen und exotischen Falter.

Die vielfältigen Exponate aus dem Nachlass vermitteln einen Einblick in ein Menschenleben voll Originalität und Kreativität. So überrascht die Ausstellung mit bisher unbekannten Details über den Betzinger Künstler.


Ausstellung in der Kreissparkasse in Betzingen: Ölgemälde

Im Landschaftsbild der Schwäbischen Alb ist Karl Digel ebenso zu Hause wie in der Sichtweise auf den Ortskern von Betzingen. Dort in den Winkeln und Gassen der 1920er und 1930er Jahre begann sein Einstieg in die Malerei: Aufmerksam registrierte er "Trippel, Trepp und Fürdach" - um an das 1999 erschienene Buch seines Vetters Normann Bögle zu erinnern - was dann Jahrzehnte später an Bausubstanz der Spitzhacke und dem Drang nach Um- und Ausbau unterlag. Beide haben sich in ihrer Bildauffassung gegenseitig inspiriert.

Es blieb bei Karl Digel nicht bei der romantischen Anleihe und bei der oft fotografischen Nachzeichnung in seiner Malerei. Viele Stillleben bildeten in Form- und Farbduktus den Übergang und Aufbruch zu seiner umfassenden bildnerischen Wanderschaft mit Pinsel und Palette zu den Höhen der impressionistisch-vereinnahmten Alblandschaften.

In der Kunstsammlung der Kreissparkasse Reutlingen finden sich vorwiegend solche Ölgemälde, die nur in der Betzinger Zweigstelle, ergänzt mit Exponaten des Heimatmuseums Reutlingen und aus privatem Bestand, einen Ausschnitt des Schaffens von Karl Digel zeigen.


Karl Digel
1905
Am 11. Juni in Betzingen geboren
1919-23
Schlosserlehre bei der Maschinenfabrik Ulrich Kohllöffel in Reutlingen
1923-45
Berufstätigkeit als Eisendreher bei Kohllöffel
1928-33
Malunterricht bei Kunstmaler Ferdinand Koch, Bad Liebenzell
1934
Fertigstellung des Manuskripts "Busso und sein Reich"
1940
Ausstellung im Gasthaus "Ochsen" in Reutlingen
um 1942
Teilnahme an einer Gemeinschaftsausstellung im Kunsthaus Schaller, Stuttgart
ab 1945
Freiberufliche Tätigkeit als Maler und Kunstfotograf
1953
Veröffentlichung des Tierbuchs "Busso und sein Reich", Einzelausstellungen (Gemälde und Fotografie) in der Stadtbibliothek und im Spendhaus Reutlingen
1954-57
Beteiligungen an Gruppenausstellungen im Spendhaus Reutlingen
1955
Einzelausstellung in der Stadtbibliothek Reutlingen
1974
Am 13. Juli in Reutlingen gestorben

Ausstellung im Museum "Im Dorf" Betzingen

Karl Digel zum 100. Geburtstag: Lebensbilder
12. Juni - 30. Oktober 2005

Eintritt frei, Führungen nach Vereinbarung


Ausstellung in der Kreissparkasse in Betzingen

Karl Digel zum 100. Geburtstag: Ölgemälde
12. Juni - 09. September 2005

Kreissparkasse in Betzingen
Steinachstr. 25-27
72770 Reutlingen-Betzingen
Telefon: 07121/916-0


© Albverein Betzingen 08.01.2012